Rehlinger: Reiche muss stärker bei EU kämpfen

18.12.2025 04:00

Stahl als Schlüsselindustrie: Saarlands Ministerpräsidentin Rehlinger
fordert, dass die Bundeswirtschaftsministerin sich bei der EU «mit
aller Durchsetzungskraft» für die Branche einsetzt.

Saarbrücken (dpa/lrs) - CDU-Bundeswirtschaftsministerin Katherina
Reiche muss sich nach Ansicht der saarländischen Ministerpräsidentin
Anke Rehlinger (SPD) stärker bei der EU für die Genehmigung eines
Industriestrompreises einsetzen. «Ich kann nicht erkennen, dass sie
(Reiche) richtig kämpft dafür», sagte Rehlinger der Deutschen
Presse-Agentur in Saarbrücken.

Für die Stahlindustrie sei es wichtig, dass Unternehmen sowohl vom
Industriestrompreis als auch von der Strompreiskompensation
profitieren könnten. Auch das muss aber die EU-Kommission genehmigen.
«Und da muss jetzt die Bundeswirtschaftsministerin mit aller
Durchsetzungskraft dafür sorgen, dass das am Ende auch funktionieren
kann», sagte Rehlinger.

Rehlinger: Es muss zügig umgesetzt werden

Die Bundesregierung hat beschlossen, dass zum 1. Januar 2026 für drei
Jahre ein staatlich subventionierter, niedrigerer Industriestrompreis
eingeführt werden soll. Die EU-Kommission muss das noch genehmigen.

Von Ankündigungen allein könnten die Unternehmen nicht leben, sagte
die Rehlinger mit Blick auf den «Stahlgipfel» Anfang November bei
Kanzler Friedrich Merz (CDU). Es sei gut, dass die Bundesregierung da
klar Position bezogen hat für die heimische Stahlindustrie.

«Aber die notwendigen Umsetzungsschritte müssen auch mit der gleichen
gebotenen Zügigkeit und Durchschlagskraft angepackt werden», sagte
Saarländerin. In Deutschland sind rund 80.000 Menschen direkt in der
Stahl erzeugenden Branche beschäftigt.

«Stahlindustrie ist Schlüsselindustrie»

Zudem soll die sogenannte Strompreiskompensation verlängert und
ausgeweitet werden. Dabei werden Firmen indirekt von Kosten des
CO2-Emissionshandels entlastet.

Neben den wettbewerbsfähigen Energiepreisen sei der Ausbau der
Wasserstoffinfrastruktur notwendig, sagte Rehlinger: «Außerdem
brauchen wir einen Schutz vor Dumpingpreisen und grüne Leitmärkte für

grünen Stahl.»

Die Stahlindustrie sei es allein schon wegen ihrer
«gesamtwirtschaftlichen Bedeutung, was die Zahl der Arbeitsplätze
angeht, wert, dass man für sie kämpft.» Und sie sei eine
Schlüsselindustrie, die man auch aus Fragen der Souveränität nicht
aus der Hand geben dürfe.

Die Stahlindustrie ist ein Schlüsselsektor der Saarwirtschaft. Allein
von den Stahl erzeugenden Unternehmen hängen etwa 12.000 direkt
Beschäftigte ab sowie rund 20.000 indirekt Beschäftigte.