Bulgarien sagt Tschüss zum Lew und Hallo zum Euro

01.01.2026 00:35

Für die rund 6,4 Millionen Bulgaren ist der Lew als Landeswährung mit
Anbruch des neuen Jahres Geschichte. Bezahlt wird nun wie in 20
weiteren Ländern mit dem Euro. Urlauber wird es freuen.

Sofia/Frankfurt (dpa) - Mit Beginn des neuen Jahres hat Bulgarien den
Lew durch den Euro ersetzt. Der Balkanstaat ist damit das 21. Land,
in dem die Gemeinschaftswährung das offizielle Zahlungsmittel ist.
Der Euro werde dem Tourismus helfen sowie bulgarischen Herstellern
den Handel mit Europa und der Welt erleichtern, wie das bulgarische
Finanzministerium und die Nationalbank BNB bereits zuvor erklärt
hatten.

Auch für Urlauber wird vieles einfacher: Geldwechsel und zusätzliche
Gebühren entfallen, Preise lassen sich einfacher vergleichen und
Kartenzahlungen werden unkomplizierter. Der feste Umrechnungskurs
liegt bei 1,95583 Lew pro Euro - exakt derselbe, zu dem einst die
D-Mark in den Euro überging. 

Doch viele Menschen in Bulgarien bezweifeln, dass der Euro ihnen
nutzen wird. Die Sorge ist groß, dass mit der Währungsumstellung die
Preise in dem Balkanland, das zu den ärmsten der EU zählt, steigen
werden und der Euro sich als «Teuro» entpuppen wird. Und nicht wenige
befürchten, dass Bulgarien einen Teil seiner Unabhängigkeit aufgeben
muss. 

Staatschef kritisiert Ablauf der Entscheidung zur Euro-Einführung

Staatspräsident Rumen Radew bemängelte in seiner Neujahrsansprache,
dass es zur Euro-Einführung ein Referendum hätte geben sollen. «Doch

die Regierenden wollten die Bürger nicht hören», kritisierte Radew in

seiner im Staatsfernsehen übertragenen Ansprache. Ein entsprechender
Antrag Radews war von der prowestlichen Parlamentsmehrheit abgelehnt
worden.

Die Europäische Zentralbank (EZB) weist ihrerseits auf die vielen
Vorteile einer Zugehörigkeit zur Eurozone hin. EZB-Präsidentin
Christine Lagarde als Europas oberste Währungshüterin verspricht den
Bulgaren vor allem zwei Dinge: Wohlstand und Sicherheit.