Winzer Parmelin wieder Schweizer Bundespräsident
01.01.2026 07:30
Der Westschweizer Guy Parmelin übernimmt zum zweiten Mal das höchste
Staatsamt. Dem Konservativen steht ein Balanceakt bevor - zwischen
Regierungsauftrag und den Positionen seiner eigenen Partei.
Bern (dpa) - Der Schweizer Wirtschaftsminister Guy Parmelin (66) ist
zum zweiten Mal nach 2021 höchster Repräsentant seines Landes. Der
konservative Landwirt und Winzer hat das Amt des Bundespräsidenten
übernommen, wie in der Schweiz üblich für zwölf Monate. In der
Funktion wechseln sich die sieben Ministerinnen und Minister ab.
Parmelin folgt auf Finanzministerin Karin Keller-Sutter. Er muss sich
um heikle Themen kümmern und dabei teils gegen den Willen seiner
eigenen Partei, der konservativen SVP, agieren.
Themen EU und Zölle
Die Beziehungen zur EU verlangen von Parmelin einen Drahtseilakt.
Offiziell wirbt die Regierung einstimmig für eine mühsam
ausgehandelte Annäherung an die EU, auch wenn Parmelins Partei dies
per Volksabstimmung verhindern will. Die dürfte 2027 stattfinden.
Das ist eine Schweizer Besonderheit: Die Regierung besteht seit
Jahrzehnten aus einer Koalition der vier wählerstärksten Parteien.
Wer vom Parlament in den Bundesrat (die Regierung) gewählt wird, muss
Kompromisse mittragen und die Parteiinteressen hintanstellen.
Im Januar dürfte es um das heikle Thema Zölle gehen, wenn Parmelin
beim Weltwirtschaftsforum in Davos US-Präsident Donald Trump trifft.
Die USA hatten im Sommer Schweizer Exporte mit Zöllen in Höhe von 39
Prozent belegt. Erst im November kam ein Deal zustande, der den Satz
auf das EU-Niveau senkte, auf 15 Prozent. Im Gegenzug machte die
Schweiz Zusagen für Investitionen und Agrar-Zollsenkungen. Details
müssen aber noch ausgehandelt werden.
