Kabelschaden: Verdächtiges Schiff brach womöglich Sanktionen
01.01.2026 17:28
Der Frachter «Fitburg» hatte ersten Erkenntnissen zufolge
Stahlprodukte aus Russland geladen, die unter EU-Sanktionen fallen.
Zwei Besatzungsmitglieder wurden formell festgenommen.
Helsinki (dpa) - Ein Schiff, das im Verdacht steht, Schaden an einem
Unterwasserkabel in der Ostsee angerichtet zu haben, hat
möglicherweise auch gegen EU-Sanktionen gegen Russland verstoßen. Das
teilte die finnische Zollbehörde nach einer Überprüfung des Frachters
«Fitburg» mit, der nach der Beschädigung eines Datenkabels im Hafen
der Stadt Kirkkonummi festgesetzt wurde.
Demnach hatte es die Besatzung versäumt, die Ladung ordnungsgemäß
anzumelden. Ersten Erkenntnissen zufolge habe das Schiff
Stahlprodukte aus Russland an Bord, die unter EU-Sanktionen gegen das
Land fielen, hieß es in der Mitteilung der Zollbehörde weiter. Die
Ladung sei daher vorübergehend beschlagnahmt worden. Es werde nun
geprüft, ob ein Verstoß gegen die Sanktionen stattgefunden habe. Das
Schiff war unterwegs vom russischen St. Petersburg in die israelische
Hafenstadt Haifa.
Ankerkette war heruntergelassen
Die Polizei hatte zuvor mitgeteilt, dass zwei der 14 zunächst in
Gewahrsam genommenen Besatzungsmitglieder des Schiffes formell
festgenommen wurden. Gegen zwei weitere Mitglieder seien
Ausreiseverbote verhängt worden. Die Polizei ermittelt wegen des
Verdachts der schweren Sachbeschädigung, der versuchten schweren
Sachbeschädigung sowie der schweren Störung des
Telekommunikationsverkehrs.
Zur Nationalität und dem Rang der Verdächtigen wollte sich die
Polizei nicht äußern. Sie hatte jedoch zuvor mitgeteilt, dass die
Besatzung aus russischen, georgischen, aserbaidschanischen und
kasachischen Staatsangehörigen besteht.
Die «Fitburg» war in Verdacht geraten, nachdem der
Telekommunikationsanbieter Elisa am Mittwochmorgen einen Schaden an
einem unterseeischen Datenkabel gemeldet hatte, das die finnische
Hauptstadt Helsinki mit Estlands Hauptstadt Tallinn verbindet. Als
das Schiff von den Behörden gestoppt wurde, hatte es die Ankerkette
heruntergelassen. Der Fall erinnert an frühere Vorkommnisse, bei
denen mutmaßlich Schiffe mit Verbindung zu Russland unterseeische
Kabel mit ihrem Anker beschädigten.
