EU-Kommissar erwartet «höchste Abschiebungsrate seit 2019»

03.01.2026 04:01

Der Anteil der Abschiebungen bei illegal in die EU eingereisten
Menschen ist laut dem zuständigen Migrationskommissar 2025 deutlich
gestiegen. Seiner Meinung nach reicht das trotzdem nicht.

Berlin (dpa) - Die EU-Kommission geht für das abgelaufene Jahr von
einem deutlichen Anstieg der Abschiebungen aus der Europäischen Union
aus. «Die Abschiebungsrate ist in den ersten drei Quartalen von 19
Prozent im Jahr 2023 auf 27 Prozent im Jahr 2025 gestiegen. Damit
werden wir im Jahr 2025 voraussichtlich die höchste Abschiebungsrate
seit 2019 erreichen», sagte EU-Innenkommissar Magnus Brunner der
«Welt am Sonntag». Dennoch sei dies «bei weitem noch nicht genug»,

sagte der Österreicher demnach weiter. 

«Wir müssen die illegale Migration auf allen Fronten bekämpfen. Das
bedeutet konsequente Abschiebungen jener, die das Recht verwirkt
haben, in der EU zu bleiben», sagte der EU-Kommissar. Es bedeute auch
«die rasche Abweisung von Personen mit geringer Aussicht auf Asyl»
sowie «eine enge Zusammenarbeit mit Drittstaaten, damit sich Menschen
gar nicht erst auf gefährliche Fluchtrouten begeben.»

Die EU-Staaten hatten Anfang Dezember in Brüssel weitreichende
Einigungen in entscheidenden Fragen der Migrationspolitik erreicht.
Unter anderem wollen sie den Druck auf abgelehnte Asylbewerber
erhöhen und Abschiebungen effizienter abwickeln. Auch
Rückführungszentren in Drittstaaten außerhalb der EU sollen künftig

möglich sein.