EU-Spitzen erinnern nach US-Angriff an Völkerrecht
03.01.2026 15:04
Die USA greifen eine Reihe von Zielen in Venezuela an und setzen den
autoritären Staatschef Maduro fest. Die EU-Außenbeauftragte Kallas
hat bereits mit Washington telefoniert.
Brüssel (dpa) - Die Spitzenvertreter der EU haben nach dem US-Angriff
auf Venezuela zur Achtung des Völkerrechts aufgerufen. «Unter allen
Umständen müssen die Grundsätze des internationalen Rechts und der
Charta der Vereinten Nationen eingehalten werden. Wir rufen zur
Zurückhaltung auf», schrieb die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas auf
X. Nach eigenen Angaben hatte sie zuvor mit US-Außenminister Marco
Rubio telefoniert.
Die Europäische Union beobachte die Lage in Venezuela aufmerksam,
heißt es im Post von Kallas. Die EU habe wiederholt erklärt, dass
Maduro Legitimität fehle, und sich für einen friedlichen Übergang
ausgesprochen. «Die Sicherheit der EU-Bürger in diesem Land hat für
uns oberste Priorität», fügte die estnische Politikerin hinzu.
Von der Leyen für friedlichen und demokratischen Übergang
Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erinnerte nach
den US-Angriffen an das Völkerrecht - verzichtete dabei aber zunächst
auch auf direkte Kritik. «Wir stehen an der Seite der venezolanischen
Bevölkerung und unterstützen einen friedlichen und demokratischen
Übergang», schrieb die deutsche Politikerin auf X. Jede Lösung müss
e
das internationale Recht und die Charta der Vereinten Nationen
achten.
EU-Ratspräsident ruft zur Deeskalation auf
EU-Ratspräsident António Costa zeigte sich besorgt über die
Entwicklungen. «Die Europäische Union ruft zur Deeskalation und zu
einer Lösung unter vollständiger Achtung des Völkerrechts und der in
der Charta der Vereinten Nationen verankerten Grundsätze auf»,
schrieb Costa auf X. Die EU werde sich weiterhin für eine friedliche,
demokratische und inklusive Lösung in Venezuela einsetzen.
Die USA hatten in der Nacht auf Samstag (Ortszeit) Ziele in Venezuela
angegriffen und nach Angaben von Präsident Donald Trump auch den
autoritären Staatschef Maduro gefasst und außer Landes gebracht. Die
Luftschläge richteten sich Berichten zufolge vor allem gegen
Militärstützpunkte, Flugplätze, Kommunikationsanlagen und Häfen.
