Bauern protestieren in MV gegen EU-Mercosur-Vertrag
05.01.2026 16:30
Die Abstimmung über das EU-Mercosur-Freihandelsabkommen könnte im
Januar erfolgen. Viele Landwirte in Europa haben erhebliche Bedenken.
Darauf machen Bauern in MV aufmerksam.
Schwerin (dpa/mv) - Landwirte wollen am Donnerstag in
Mecklenburg-Vorpommern gegen das geplante Freihandelsabkommen
zwischen der Europäischen Union und dem südamerikanischen
Mercosur-Verbund protestieren. Landesweit soll es dazu an zahlreichen
Autobahn-Anschlussstellen Aktionen geben. Es müsse mit erheblichen
Verkehrsbehinderungen gerechnet werden, teilte der Zusammenschluss
Freie Bauern mit, der die Versammlungen organisiert. Initiiert wurde
die Aktion vom Verein «Land schafft Verbindung MV» (LSV). Der
Bauernverband MV beteiligt sich nicht.
Mit den Demonstrationen wollten die Landwirte nicht vordergründig
Verkehrsbehinderungen auslösen, sondern auf den «Unfug» des
Mercosur-Abkommens hinweisen, sagte Peter Guhl (Freie Bauern). Es sei
unverantwortlich, die sichere Versorgung mit heimischen Lebensmitteln
aufs Spiel zu setzen durch Agrarimporte vom anderen Ende der Welt.
Am Mittwoch trifft sich Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD)
in Schwerin mit Vertreter des Vereins LSV und der Freien Bauern, um
über die Lage der Landwirtschaft, insbesondere über das
Mercosur-Abkommen zu sprechen, wie das Agrarministerium mitteilte. An
dem Treffen nehmen unter anderen LSV-Bundessprecherin Uta von
Schmidt-Kühl sowie der Vorsitzende des Bauernverbandes
Nordvorpommern, Christian Rohlfing, teil. Anschließend ist eine
Pressekonferenz geplant.
Bauernverband beteiligt sich nicht
Der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern bewertete die angekündigten
Demonstrationen zum jetzigen Zeitpunkt als nicht zielführend. «Unser
Ziel ist es, die berechtigten Anliegen der Landwirtschaft mit
Nachdruck, aber auch mit Augenmaß zu vertreten. Aktionen, die die
gesellschaftliche Akzeptanz gefährden könnten, sind aus unserer Sicht
derzeit nicht der richtige Weg», so Bauernpräsident Karsten Trunk.
Die Teilnahme an regionalen Aktionen bleibe Landwirtinnen und
Landwirten nach eigenem Ermessen überlassen.
Die Unterzeichnung des Vertrages war Mitte Dezember auf Intervention
Italiens verschoben worden und könnte nun im Januar erfolgen. Bei
1999 begonnenen Verhandlungen zwischen der EU sowie Argentinien,
Brasilien, Paraguay und Uruguay geht es darum, Zölle und
Handelsbarrieren weitestgehend abzubauen. Die neue Freihandelszone
wäre laut EU mit mehr als 700 Millionen Einwohnern die weltweit
größte dieser Art.
