EU-Ratspräsident: «Grönland gehört seinem Volk»
07.01.2026 19:18
Nach erneuten US-Forderungen stärkt die EU Grönland und Dänemark den
Rücken. Über die beiden Länder könne nichts ohne sie entschieden
werden, mahnt der EU-Ratspräsident.
Nikosia (dpa) - EU-Ratspräsident António Costa hat Grönland und
Dänemark angesichts des wiederholten US-Anspruchs auf die größte
Insel der Welt Solidarität zugesichert. «Grönland gehört seinem Vol
k.
Über Dänemark und über Grönland kann nichts ohne Dänemark oder oh
ne
Grönland entschieden werden.» Beide Länder hätten die volle
Unterstützung der EU, sagte Costa bei der Eröffnungsfeier der
zyprischen EU-Ratspräsidentschaft in Nikosia.
Verfechter des Völkerrechts
Europa sei eine Wertegemeinschaft, deren Stärke auch von der
Konsequenz abhänge, mit der diese Werte verteidigt würden. «Deshalb
kann die Europäische Union Verletzungen des Völkerrechts nicht
akzeptieren - sei es in Zypern, Lateinamerika, Grönland, der Ukraine
oder in Gaza», sagte Costa. Europa werde ein fester und unbeirrbarer
Verfechter des Völkerrechts und des Multilateralismus bleiben.
Militäreinsatz nicht ausgeschlossen
Zuletzt hatten die USA Grönland erneut für sich beansprucht. Das
Weiße Haus schloss einen Militäreinsatz zur Annexion ausdrücklich
nicht aus, während Außenminister Marco Rubio Berichten zufolge einen
Kauf der riesigen Arktisinsel favorisiert. Grönland mit seinen rund
56.000 Einwohnern ist weitgehend autonom, gehört aber offiziell zum
Königreich Dänemark.
Mit Zypern übernahm am 1. Januar eines der kleinsten EU-Länder den
EU-Ratsvorsitz. Der Inselstaat hat nur rund eine Million Einwohner.
Die Ratspräsidentschaft wechselt alle sechs Monate, bis Ende Dezember
hatte Dänemark sie inne.
