Selenskyj schließt Kriegsende bis Mitte 2026 nicht aus

07.01.2026 20:36

Die Ukraine und ihre Unterstützer klären immer mehr Details einer
möglichen Nachkriegsordnung. Zwar bewegt sich Russland bislang nicht.
Doch Präsident Selenskyj ist vorsichtig optimistisch.

Nikosia/Kiew (dpa) - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj
schließt angesichts von Fortschritten bei Friedensgesprächen ein Ende
des Krieges in der ersten Jahreshälfte 2026 nicht aus. «Wir stellen
fest, dass die Verhandlungen mit unseren europäischen Partnern und
natürlich mit den USA und allen Mitgliedern der Koalition der
Willigen einen neuen Meilenstein erreicht haben», sagte Selenskyj bei
einem Besuch in Zypern.

In der Hauptstadt Nikosia war die EU-Spitze zu Beginn der
sechsmonatigen EU-Ratspräsidentschaft Zyperns versammelt. «Wir sind
uns bewusst, dass dieser Krieg noch während Ihrer Präsidentschaft
beendet werden kann», sagte Selenskyj der Nachrichtenagentur Interfax
Ukraina zufolge bei der Zeremonie.

Selenskyj: Jeder für Russland verlorene Dollar ist gut

Gleichzeitig sagte der Präsident, dass Moskau durch Sanktionen weiter
unter Druck gesetzt werden müsse, um einem Ende seines Angriffskriegs
zuzustimmen. «Jeden Dollar, den Russland verliert, verliert es als
Aggressor.»

Tags zuvor hatte ein Gipfeltreffen von Unterstützerländern in Paris
der Ukraine Sicherheitsgarantien einem Waffenstillstand zugesagt.
Ebenso wurden die Pläne konkreter, wie ein Frieden in der Ukraine
militärisch abgesichert werden kann. 

Frankreich, Großbritannien und einige andere Länder sind bereit,
Truppen in die Ukraine zu entsenden. Andere Staaten wie Deutschland
sind zu einem Militäreinsatz für die Ukraine von außen bereit. Die
mögliche Präsenz ausländischer Truppen ist aber für Moskau bislang

ein Grund, alle Friedensvorschläge abzulehnen.