D-Mark-Schatz: Menschen machen alte Scheine zu Geld

08.01.2026 05:00

Handgeschriebene Botschaften auf alten D-Mark-Scheinen: Was die
Bundesbank im vergangenen Jahr zum Umtausch erhielt - und warum ein
Teil der alten Währung wohl nie zurückgegeben wird.

Frankfurt/Main (dpa) - Alt-Bestände von D-Mark machen auch mehr als
20 Jahre nach Einführung des Euro-Bargelds manchen Deutschen etwas
reicher. Knapp 53,1 Millionen D-Mark im Gegenwert von gut 27
Millionen Euro hat die Bundesbank im vergangenen Jahr umgetauscht.
Ein Jahr zuvor waren rund 53,2 Millionen D-Mark in den Filialen der
Bundesbank zurückgegeben worden, im Jahr 2023 waren es gut 58
Millionen D-Mark. «Vermutlich ist ein gewisser Nachholeffekt nun
vorbei, der die Zahlen in den Jahren nach der Pandemie nach oben
getrieben hat», erklärte Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz.

Fünf-D-Mark-Scheine mit handschriftlichen Botschaften

Häufig tauchen die ausgedienten Scheine und Münzen bei Erbschaften
auf oder als Zufallsfund beim Kauf alter Häuser. Mitunter werden sie
aber auch aus nostalgischen Gründen über Jahre aufbewahrt - und dann
doch irgendwann versilbert. 

So reichte im vergangenen Jahr ein Kunde einige fünf D-Mark-Banknoten
mit handschriftlichen Botschaften bei der Bundesbank ein. «Für den
liebsten Patrick, der mit allen auf den Weihnachtsmarkt fährt. Hab
Dich lieb», ist auf einem der Scheine zu lesen. Mitunter ist auch ein
Datum hinzugefügt, demnach stammen die handschriftlichen Vermerke aus
den Jahren 2000 und 2001. Die Hintergründe der Botschaften indes sind
nicht bekannt.

D-Mark-Bestände im Milliardenwert nicht zurückgegeben

Die Bundesbank geht davon aus, dass ein Teil der alten Scheine und
Münzen nie mehr auftauchen wird - entweder, weil Sammler sich
Bestände gesichert haben, oder weil Fans der einst als starken
Währung geschätzten D-Mark Scheine und Münzen ins Ausland geschafft
haben.

So sind auch 24 Jahre nach Einführung des Euro-Bargelds zum
Jahreswechsel 2001/2002 mehr als 162 Millionen D-Mark-Scheine und
über 23 Milliarden D-Mark-Münzen nicht zurückgegeben. Gesamtwert: gut

12,1 Milliarden D-Mark (etwa 6,2 Mrd Euro). Etwas mehr als die Hälfte
der Ende Dezember 2025 noch ausstehenden Summe machen Münzen aus
(6,52 Milliarden D-Mark), beim Rest handelt es sich um Banknoten
(5,61 Milliarden D-Mark).

Bundesbank tauscht alte Währung unbegrenzt um

Wer noch alte Scheine oder Münzen findet, kann diese kostenlos bei
allen 31 Filialen der Bundesbank oder per Postweg über die
Bundesbank-Filiale in Mainz zum Umtausch einreichen. Der Wechselkurs
wurde mit der Euro-Einführung festgeschrieben: Für 1,95583 D-Mark
bekommt man einen Euro.

Deutschland ist eins von sieben Ländern im Euroraum, in denen der
Umtausch sowohl von Scheinen als auch Münzen der alten nationalen
Währung in Euro zeitlich unbegrenzt möglich ist. Ebenso handhaben das
Österreich, Irland, die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und
Litauen sowie der Euro-Neuzugang Bulgarien. Banknoten der abgelösten
nationalen Währungen, aber keine Münzen, kann man zudem unbefristet
in Belgien, Kroatien, Luxemburg, Slowenien und der Slowakei in Euro
umtauschen. In den übrigen neun Eurostaaten tauschen die
Zentralbanken Alt-Währungen nicht mehr um.