Sachsen und Thüringen tauschen weniger D-Mark in Euro
08.01.2026 05:00
Noch immer schlummern D-Mark-Scheine in Schubladen - doch in Sachsen
und Thüringen werden sie seltener gewechselt. Was steckt hinter den
kleinen Summen und dem besonderen Umtauschrecht?
Dresden/Erfurt (dpa) - In den Filialen der Bundesbank in Sachsen und
Thüringen ist im vergangenen Jahr etwas weniger Deutsche Mark in Euro
gewechselt worden als ein Jahr zuvor. Umgetauscht wurden Scheine und
Münzen der alten Währung im Gesamtwert von mehr als 1,7 Millionen
D-Mark, wie die Bundesbank auf Anfrage mitteilte. Im Jahr 2024 waren
es rund 1,8 Millionen D-Mark.
Zwar löste das Euro-Bargeld zum 1. Januar 2002 die nationale Währung
ab. Dennoch tauchen auch mehr als zwei Jahrzehnte später immer wieder
Bestände der alten Währung auf.
Warum vergleichsweise wenig D-Mark umgetauscht wird
Im bundesweiten Vergleich fällt der Umfang der Umtauschbeträge in
Sachsen und Thüringen allerdings vergleichsweise gering aus. Ein
Grund dafür dürfte unter anderem in der unterschiedlichen
Vermögensgeschichte liegen. Anders als in vielen westdeutschen
Bundesländern konnten in der DDR über Jahrzehnte hinweg kaum private
Geldvermögen in D-Mark aufgebaut werden. Entsprechend gibt es heute
auch weniger Erbbestände mit größeren Bargeldsummen aus der Zeit vor
der Euro-Einführung.
Für die im Jahr 2025 in Sachsen und Thüringen eingereichten
D-Mark-Bestände zahlte die Bundesbank einen Gegenwert von knapp
889.000 Euro aus. Maßgeblich ist dabei weiterhin der zur
Euro-Einführung festgelegte Umrechnungskurs von 1,95583 D-Mark für
einen Euro.
Bundesweit wurden im vergangenen Jahr rund 53,1 Millionen D-Mark bei
der Bundesbank eingereicht - nahezu auf dem Niveau des Vorjahres.
Deutschland gehört zu den wenigen Ländern im Euroraum, in denen
sowohl Banknoten als auch Münzen der früheren Landeswährung zeitlich
unbegrenzt umgetauscht werden können.
