Bauernproteste in MV - Verkehr fließt

08.01.2026 08:59

Viele Landwirte befürchten Nachteile, sollte das
EU-Mercosur-Freihandelsabkommen beschlossen werden. Ihren Unmut
trugen einige Bauern in MV nun auf die Straße.

Schwerin/Rostock (dpa/mv) - Landwirte haben in Mecklenburg-Vorpommern
an mehreren Autobahn-Anschlussstellen gegen das geplante
Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem südamerikanischen
Mercosur-Verbund protestiert. Versammlungen waren an insgesamt 32
Auffahrten der Autobahnen A11, A14, A19, A20 und A24 geplant, wobei
an einigen Treffpunkten laut Polizei die Aktion nicht stattfand. 

Zu Verkehrsbehinderungen kam es nach Angaben der beiden
Polizeipräsidien Rostock und Neubrandenburg zunächst nicht. Die Lage
sei überschaubar und die Auflagen der Behörden würden eingehalten,
hieß es. Demnach dürfen Autobahnauffahrten nicht blockiert werden. An
der A19-Auffahrt in Kavelstorf standen elf Traktoren. An manchen
Treffpunkten brannten Feuerschalen, an denen sich die Teilnehmer bei
frostigen Temperaturen wärmten. 

Die Bauern befürchten Nachteile durch das geplante EU-Handelsabkommen
mit mehreren südamerikanischen Staaten und lehnen es ab. «Wir haben
sehr große Bedenken gegen dieses Abkommen, weil es zusätzliche
Ungleichheiten im Wettbewerb schafft», warnte Peter Guhl vom
Bundessprecherteam der Freien Bauern. Mit dem Abkommen werde der Weg
frei gemacht für Produkte, die den Standards nicht entsprächen, aber
zollfrei ins Land kämen. 

Der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern beteiligt sich nicht an der
Aktion. Veranstalter ist der Verein Land schafft Verbindung, der von
der Gruppe Freie Bauern unterstützt wird. Die Versammlungen sind bis
17.00 Uhr genehmigt.