Macron: Frankreich stimmt gegen Mercosur-Handelsdeal

08.01.2026 19:48

Frankreich wird dem Mercosur-Abkommen wie erwartet nicht zustimmen.
Präsident Macron verweist auf breite Ablehnung im Parlament und sieht
Risiken für den Agrarsektor.

Frankreich/Brüssel (dpa) - Frankreich wird dem Mercosur-Handelsdeal
nach Angaben von Präsident Emmanuel Macron an diesem Freitag in
Brüssel wie erwartet nicht zustimmen. Trotz unbestreitbarer
Fortschritte und Nachbesserungen müsse festgestellt werden, dass das
Abkommen in Frankreich politisch einstimmig abgelehnt wird, wie die
jüngsten Debatten in der Nationalversammlung und im Senat deutlich
gezeigt hätten, sagte Macron. «Vor diesem Hintergrund wird Frankreich
gegen die Unterzeichnung des Abkommens stimmen.»

Frankreich befürworte den internationalen Handel, aber das Abkommen
zwischen der EU und den vier südamerikanischen Mercosur-Staaten
Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay sei ein Abkommen aus
einer anderen Zeit, das zu lange auf einer zu alten Grundlage
ausgehandelt worden sei. Das Abkommen habe nur einen sehr begrenzten
Einfluss auf das Wirtschaftswachstum in Frankreich und der EU, was es
nicht rechtfertige, den sensiblen Agrarsektor einer Gefährdung
auszusetzen, schrieb Macron auf X. Frankreichs Landwirte lehnen den
Handelspakt ab, weil sie unverhältnismäßige Konkurrenz durch günsti
ge
Importe aus Südamerika fürchten.

In Brüssel soll an diesem Freitag der Weg für den Abschluss des
EU-Freihandelsabkommens mit den vier südamerikanischen
Mercosur-Staaten geebnet werden. Bei einem Treffen von Vertretern der
EU-Staaten ist geplant, die Unterzeichnung und den Abschluss des
Deals zu vereinbaren. Es wird erwartet, dass die dafür notwendige
qualifizierte Mehrheit zustande kommt. Länder, die dem Abkommen nicht
zustimmen wollen, waren zuletzt Polen, Frankreich, Ungarn, Irland und
Österreich. Sie haben allerdings zusammen keine Sperrminorität.