Bauern blockieren vor Mercosur-Abstimmung Autobahn

09.01.2026 10:24

Frankreichs Bauern setzen auf Blockade: Kurz vor der entscheidenden
Abstimmung zum Mercosur-Abkommen lodern an der Autobahn an der Grenze
zu Belgien Flammen. Die Landwirte fürchten günstige Importe.

Valenciennes/Mons (dpa) - Vor der Abstimmung der EU über den
Mercosur-Handelsdeal mit vier südamerikanischen Staaten haben gegen
das Abkommen protestierende Landwirte zwei Autobahngrenzübergänge
zwischen Frankreich und Belgien blockiert. Rund 100 Landwirte aus
beiden Ländern versperrten am Donnerstagabend mit ihren Traktoren die
Grenze an der von Paris Richtung Brüssel verlaufenden Autobahn A2,
wie die Zeitung «La Voix du Nord» berichtete. Fotos von der
nächtlichen Aktion zeigten die Landwirte mit ihren Traktoren auf den
Fahrspuren und neben zwei großen an der Autobahn entzündeten Feuern. 


Nachdem protestierende Landwirte in Paris trotz Absperrungen der
Polizei am Donnerstag bereits mit Dutzenden Traktoren in die
Innenstadt vorgedrungen waren, fuhren sie am Freitagmorgen im
Schneckentempo mit ihren Fahrzeugen auf die Stadtautobahn und
behinderten den Verkehr. Demonstrierende Landwirte stellten sich auch
mit Protestbannern auf die Fahrbahnen.

Autofahrer länger unterwegs

Blockiert wurde auch die von Lille Richtung Tournai führende A27.
Auch im Süden und Osten Belgiens blockierten Landwirte mehrere
Autobahnabschnitte, sodass etwa die Fahrt von Aachen nach Lüttich
länger dauert, wie der flämische Sender VRT berichtete.

In Brüssel soll heute der Weg für den Abschluss des
EU-Freihandelsabkommens mit den vier Mercosur-Staaten geebnet werden.
Bei einem Treffen von Vertretern der EU-Staaten ist geplant, die
Unterzeichnung und den Abschluss des Deals zu vereinbaren. Es wird
erwartet, dass die dafür notwendige qualifizierte Mehrheit zustande
kommt.

Konkurrenz aus Südamerika befürchtet

Präsident Emmanuel Macron hatte allerdings am Vorabend erklärt, dass
Frankreich dem Deal aus Rücksicht auf seine Landwirtschaft nicht
zustimmt. Frankreichs Landwirte lehnen den Handelspakt ab, weil sie
unverhältnismäßige Konkurrenz durch günstige Importe aus Südameri
ka
fürchten. Auch in Deutschland protestierten Landwirte gegen das
Abkommen.

Die Verhandlungen für den Deal mit Argentinien, Brasilien, Paraguay
und Uruguay hatten bereits 1999 begonnen. Bolivien ist seit einiger
Zeit auch Mercosur-Mitglied, wird vorerst aber nicht beim Abkommen
dabei sein.