Autofahrer fahren Bauern bei Straßenblockaden an
09.01.2026 10:52
Traktoren blockieren Autobahnen, die Stimmung ist aufgeheizt - auch
wegen der Verkehrsbehinderungen. Bei den Protesten gegen ein
Handelsabkommen gab es in Brandenburg Verletzte.
Potsdam (dpa/bb) - Bei den Protesten von Landwirten mit
Straßenblockaden sind in Brandenburg Teilnehmer von Autos angefahren
und leicht verletzt worden. In drei Fällen wurden Strafanzeigen wegen
gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr aufgenommen, wie die
Polizei nach den am Donnerstag organisierten Bauern-Protesten
mitteilte.
Mit Traktoren blockierten Landwirte an elf Orten Auffahrten zu den
Autobahnen 10, 11 und 24 sowie Bereiche an der Bundesstraße 96 bei
Oranienburg. Sie lösten damit Verkehrsbehinderungen und Staus aus.
Die Bauern protestierten gegen den Mercosur-Handelsdeal der EU mit
vier südamerikanischen Staaten, weil sie unverhältnismäßige
Konkurrenz durch günstige Importe fürchten.
Leichtverletzte und abgetretener Außenspiegel
An der Anschlussstelle Wittstock (Kreis Ostprignitz-Ruppin) fuhr ein
Auto am Donnerstag beim Wenden zwei Versammlungsteilnehmer an - laut
Polizei versehentlich. Einer der Demonstranten wurde leicht verletzt.
Anschließend trat ein Teilnehmer des Bauern-Protests den Außenspiegel
des Wagens ab.
Auf der Bundesstraße 96 fuhr ein Auto eine Versammlungsteilnehmerin
an, die leicht verletzt in ein Krankenhaus kam. In Finowfurt (Kreis
Barnim) durchfuhr ein Autofahrer einen wegen des Protests gesperrten
Bereich. Ein Teilnehmer habe nach eigenen Angaben nur durch einen
Sprung zur Seite eine Kollision verhindern können, so die Polizei.
Zudem waren zwei Versammlungen nicht angemeldet, so dass die Polizei
ermittelt.
