Britische Regierung gegen Musks KI Grok: «Beleidigt Opfer»
09.01.2026 18:54
Der KI-Chatbot Grok auf der Online-Plattform X sorgt immer wieder für
Aufruhr. Jetzt scheint X die Nutzung der Künstlichen Intelligenz
eingeschränkt zu haben - doch geht das weit genug?
London (dpa) - Trotz vermeintlicher Änderungen am Zugang zur
KI-Bildergenerierung hat die britische Regierung Elon Musks
Online-Plattform X scharf kritisiert und Konsequenzen angedroht. Der
Schritt, nur noch zahlende Kunden Bilder mit der Künstlichen
Intelligenz Grok verändern und erstellen zu lassen, sei «eine
Beleidigung für die Opfer von Frauenfeindlichkeit und sexueller
Gewalt», teilte die Downing Street mit.
X war in den vergangenen Tagen auch innerhalb der Europäischen Union
massiv in die Kritik geraten, weil Nutzer den KI-Chatbot auffordern
können, gepostete Bilder zu sexualisieren, auch, wenn diese Kinder
zeigen. Die Europäische Kommission forderte die US-Firma auf, interne
Dokumente zu Grok nicht zu vernichten, sondern bis Ende des Jahres
aufzubewahren. Brüssel zweifelt daran, dass sich X an europäische
Digitalgesetze halte.
Am Freitag deutete sich an, dass die KI-Funktion nur noch
Abonnementkunden zugänglich ist - zumindest war eine entsprechende
Mitteilung zu sehen, wenn Grok aufgefordert wurde, Bilder zu
generieren. Der britischen Zeitung «The Guardian» zufolge ist die
Funktion den meisten X-Nutzern damit nicht mehr zugänglich.
«Keine Lösung» des Problems
Dieser Schritt mache «aus einer KI-Funktion, die die Erstellung
rechtswidriger Bilder ermöglicht, schlicht einen Premium-Dienst»,
sagte ein Sprecher des britischen Premierministers Keir Starmer. Es
sei «keine Lösung», zeige allerdings, das X schnell handeln könne,
wenn es denn wolle. Als Konsequenzen lägen weiterhin «alle
Optionen» auf dem Tisch.
Auch von der EU-Kommission hieß es, die Bezahlmaßnahme ändere nichts
am Grundproblem. «Bezahlte Mitgliedschaft oder unbezahlte
Mitgliedschaft, wir möchten solche Bilder nicht sehen», sagte ein
Sprecher der Brüsseler Behörde. Starmer hatte die sogenannten
Deepfake-Bilder, also Abbildungen, die die Ursprungsversion stark
verändern, aber täuschend echt aussehen können, im Falle von Kindern
als «widerlich» bezeichnet.
Die britische Medienaufsichtsbehörde Ofcom hatte X am Montag um
dringende Stellungnahme gebeten. Der Nachrichtenagentur PA zufolge
führt die Behörde nach einer Antwort von X und xAI mittlerweile eine
beschleunigte Bewertung des Falls durch. Technologieministerin Liz
Kendall sagte, sie erwarte, das Ofcom die vollständigen rechtlichen
Befugnisse nutze. Der britische Online Safety Act enthalte die
Befugnis, Dienste in Großbritannien zu sperren, wenn sie sich
weigern, britisches Recht einzuhalten, so die Ministerin.
Bereits mit Lobpreisungen für Hitler schockiert
An Silvester hatte sich der Chatbot dafür entschuldigt, ein Bild von
zwei Mädchen im Teenager-Alter «in sexualisierten Outfits» erstellt
und geteilt zu haben. «Es handelte sich um ein Versagen unserer
Sicherheitsvorkehrungen, und ich entschuldige mich für alle dadurch
entstandenen Schäden», schrieb Grok auf X. Im Sommer hatte Grok
bereits mit Lobpreisungen für Adolf Hitler schockiert.
