Von der Leyen kündigt neues Hilfspaket für Syrien an
09.01.2026 17:03
Die Chefin der EU-Kommission stellt Syrien weitere Hilfen in
Aussicht. Kommt damit auch Bewegung in die Flüchtlingsfrage?
Damaskus (dpa) - Das vom jahrelangen Bürgerkrieg gezeichnete Syrien
kann auf zusätzliche Finanzhilfen der EU hoffen.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte bei einem Besuch
in Damaskus, für 2026 und 2027 sollten rund 620 Millionen Euro
bereitgestellt werden. Das Paket sei nötig, um die Regierung bei der
Wiederherstellung der Grundversorgung für die Bevölkerung und beim
Wiederaufbau der staatlichen Institutionen zu unterstützen.
Die EU hat auch die Hoffnung, dass nach einer Stabilisierung des
Landes Hunderttausende syrische Flüchtlinge in der EU eines Tages in
ihre Heimat zurückkehren können. Man wolle, dass Syrien-Flüchtlinge
echte Aussichten auf eine Heimkehr und einen Neuanfang hätten, sagte
von der Leyen. Syrer hatten viele Jahre lang einen großen Teil der in
der EU ankommenden Flüchtlinge ausgemacht. Derzeit wird auch in
Deutschland darüber diskutiert, wann sie wieder zurückgeschickt
werden können.
Costa: Neue Ära der Hoffnung für Syrien
Nach dem Sturz von Langzeitherrscher Baschar al-Assad Ende 2024 hatte
die EU im vergangenen Jahr ihre Wirtschaftssanktionen gegen Syrien
komplett aufgehoben. Nun soll Schritt für Schritt auch die politische
Zusammenarbeit wieder ausgebaut werden.
Der gemeinsam mit von der Leyen nach Damaskus gereiste
EU-Ratspräsident António Costa sagte bei einem Treffen mit dem
syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa, nach den vielen
Jahren des Krieges und des Leidens habe der Sturz des Assad-Regimes
eine neue Ära der Hoffnung für Syrien eröffnet. Das Land könne dara
uf
zählen, dass die Europäische Union die Bemühungen um ein friedliches
und inklusives Syrien unterstützen werde.
Dazu soll nach Angaben der EU-Kommission auch eine neue politische
Partnerschaft ins Leben gerufen werden, die noch in der ersten
Jahreshälfte mit einem Treffen ranghoher Vertreter beider Seiten
gestartet werden könnte. Zudem ist die Wiederbelebung eines
wirtschaftlichen Kooperationsabkommens angedacht.
