Bundesregierung für gleiche EU-Umweltstandards für Bauern
13.01.2026 10:20
Milliardenzahlungen aus Brüssel sind eine wichtige Einkommenssäule
der Bauern - sie sollen aber auch den Naturschutz absichern. Für die
künftige Ausgestaltung sieht die Regierung wichtige Punkte.
Berlin (dpa) - Die Bundesregierung setzt auf europaweit gleiche
Standards bei Umweltvorgaben für Landwirte in der künftigen
EU-Agrarfinanzierung. Ein Unterbietungswettbewerb bei den Standards
würde langfristig allen schaden, sagte Umweltminister Carsten
Schneider (SPD) anlässlich eines Kongresses seines Ressorts vor der
Agrarmesse Grüne Woche in Berlin.
Es müsse weiter EU-weite Mindest-Umweltstandards und einen
Mindestanteil am Agrarbudget für Umweltmaßnahmen geben. Schneider
warnte, mit aktuellen Vorschlägen der EU-Kommission für die
Finanzierung nach 2027 würden größere Betriebe im Norden und Osten
Deutschlands deutlich Mittel verlieren. Hier müsse man mehr Rücksicht
auf gewachsene Betriebsstrukturen nehmen.
Agrarminister Alois Rainer sagte: «Die Ernährungssicherung ist und
bleibt die wichtigste Aufgabe der Landwirtschaft.» Sie sei aber auch
ein wichtiger Partner, um Maßnahmen für eine lebenswerte Umwelt
umzusetzen. Es gehe um das richtige Gleichgewicht.
Zum Freihandelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten
äußerte der CSU-Politiker Verständnis für Sorgen bei Bauern.
Freihandel und ein flankierender Schutz der Landwirtschaft könnten
aber sehr gut Hand in Hand gehen. Entsprechende vorgesehene Klauseln
müssten jedoch wirken. Sollte sich etwa zeigen, dass Importmengen
sensibler Produkte wie Zucker oder Rindfleisch zu stark steigen oder
Preise unter Druck gerieten, müsse die EU entschlossen handeln und
gegebenenfalls auch nachschärfen.
