Frontex: Zahl der irregulären Grenzübertritte 2025 gesunken

15.01.2026 10:16

Immer weniger flüchtende Menschen kommen über die Grenzen in die EU.
Im Vergleich zum Vorjahr waren es 2025 ein gutes Viertel weniger -
aber nicht auf allen Routen gehen die Zahlen zurück.

Warschau (dpa) - Die Zahl der registrierten irregulären
Grenzübertritte in die Europäische Union ist 2025 im Vergleich zum
Vorjahr um mehr als ein Viertel zurückgegangen. Das geht aus Zahlen
hervor, die die EU-Grenzschutzbehörde Frontex mit Sitz in Warschau
vorgelegt hat. Knapp 178.000 Versuche registrierte die Behörde
demnach im vergangenen Jahr. Das ist der niedrigste Wert seit 2021.

Frontex bewertete den Rückgang in seinem Bericht als «bemerkenswerte
Entwicklung». Die Behörde warnte aber gleichzeitig, dass die
Situation an den Außengrenzen der EU ungewiss bleibe. «Der Trend geht
in die richtige Richtung, aber die Risiken verschwinden nicht», sagte
Frontex-Direktor Hans Leijtens. Die enge Kooperation seiner Behörde
auch mit Regierungen und Partnern in Staaten außerhalb der EU habe
gute Ergebnisse gebracht.

Im vergangenen Jahr wurden laut Frontex deutlich weniger irreguläre
Versuche, in die EU zu kommen, auf der westafrikanischen Route (-63
Prozent), auf der Westbalkanroute (-42 Prozent) und an den östlichen
Landgrenzen der EU zu Belarus (-37 Prozent) verzeichnet. Den Rückgang
auf der Westbalkanroute führt Frontex auf verbesserte
Sicherheitsmaßnahmen und Kooperation mit Bosnien-Herzegowina zurück.

Viele Migranten als Ägypten, Bangladesch und Afghanistan

Die meisten Menschen, die Frontex bei den irregulären
Grenzübertritten registrierte, haben eine bangladeschische,
ägyptische oder afghanische Staatsangehörigkeit.

Die meistgenutzte Migrationsroute in die EU bleibt demnach der
zentrale Mittelmeerraum, auf den 2025 ein knappes Drittel aller
irregulären Grenzübertritte entfielen. Häufig wurde auf dieser Route

der Weg von Libyen nach Italien gewählt. Im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum gab es hier kaum eine Veränderung: 66 328 Versuche,
über das Mittelmeer in die EU zu kommen, verzeichnete Frontex 2025 -
ein Prozent weniger als im Vorjahr.

Ein differenziertes Bild ergibt sich bei der Route über das östliche
Mittelmeer. Während hier die Zahl der irregulären Grenzübertritte
insgesamt um 27 Prozent zurückging, verzeichnete Frontex dreimal so
viele Versuche wie 2024, vom Osten Libyens zur griechischen Insel
Kreta in die EU zu gelangen. Dies zeige, wie schnell sich der
Migrationsdruck und bevorzugte Routen wandeln könnten, heißt es in
dem Bericht. 

Eine Fluchtroute wird häufiger genutzt

Besonders über die westliche Mittelmeerroute - also etwa von Algerien
nach Spanien - nahmen die irregulären Überfahrten im vergangenen Jahr
zu. Frontex registrierte nach eigenen Angaben 14 Prozent mehr als
2024.

Einen leichten Rückgang gab es dagegen bei den irregulären Ausreisen
nach Großbritannien. Die Zahl der Versuche, über den Ärmelkanal zu
kommen, sanken demnach um 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.