Von der Leyen sichert Grönländern Unterstützung zu

15.01.2026 18:07

US-Präsident Donald Trump will das zu Dänemark gehörende Grönland
unter die Kontrolle der Vereinigten Staaten bringen. Die Präsidentin
der EU-Kommission sichert den Menschen auf der Insel Hilfe zu.

Limassol (dpa) - EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat
Grönland nach den ergebnislos verlaufenden Gesprächen in Washington
weitere Unterstützung der EU zugesichert. «Grönland kann politisch,
wirtschaftlich und finanziell auf uns zählen», sagte die deutsche
Spitzenpolitikerin am Rande von politischen Gesprächen in Zypern bei
einer Pressekonferenz. Die Sicherheit der Arktis sei zwar in erster
Linie Sache der Nato, auch für die EU seien die Region und deren
Sicherheit aber ein zentrales Thema und enorm wichtig.

«Das ist unter anderem der Grund, warum wir unsere Investitionen und
die Unterstützung Grönlands verstärken», sagte von der Leyen. Sie
verwies dabei auf Haushaltspläne, nach denen der Umfang der
finanziellen Unterstützung für Grönland verdoppelt werden soll und
auf die bereits 2024 erfolgte Einrichtung eines EU-Büros auf der
Insel. 

Letzteres soll die Zusammenarbeit mit der grönländischen Regierung
und der Bevölkerung weiter stärken. «Die Europäische Union genieß
t in
Grönland einen sehr guten Ruf, und wir setzen sehr auf die
ausgezeichnete Zusammenarbeit, die wir haben», sagte sie. Die Arbeit
zur arktischen Sicherheit wolle man mit Verbündeten und Partnern,
einschließlich der Vereinigten Staaten, fortsetzen.

Von der Leyen äußerte sich in Zypern erstmals öffentlich zu Grönlan
d
nach erfolglos geendeten Gesprächen am Mittwoch in Washington. Bei
diesem hatten der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen und die

für Außenpolitik zuständige grönländische Ministerin Vivian Motzf
eldt
versucht, den Amerikanern klarzumachen, dass die USA keinen Anspruch
auf Grönland haben und dass die größte Insel der Welt nicht zum
Verkauf steht.

Schon direkt vor dem Treffen mit US-Außenminister Marco Rubio und
Vizepräsident JD Vance hatte Präsident Donald Trump noch einmal
deutlich gemacht, dass er nicht daran denke, sein Interesse an dem
rohstoffreichen Grönland aufzugeben. Er verwies dabei erneut auf
strategische Sicherheitsinteressen der Vereinigten Staaten, die sich
angeblich nicht über die Nato schützen ließen.

Rasmussen konstatierte nach dem Austausch mit Rubio und Vance
«fundamentale» Meinungsverschiedenheiten. Als Zeichen der Solidarität

mit Dänemark und Grönland kündigten Deutschland und andere EU-Staaten

eine Militärmission für das Land an. Die Bundeswehr beteiligt sich
mit 13 Soldaten an dem mehrtägigen Erkundungseinsatz auf der
Arktisinsel.