EU: Dänemark könnte im Grönland-Ernstfall Beistand verlangen

15.01.2026 19:21

US-Präsident Donald Trump will das zu Dänemark gehörende Grönland
unter die Kontrolle der Vereinigten Staaten bringen - möglicherweise
auch gegen den Willen der Dänen. Nun stellt die EU etwas klar.

Limassol/Brüssel (dpa) - Im Fall eines gewaltsamen Konflikts um
Grönland könnten Deutschland und die anderen EU-Staaten auf Antrag
Dänemarks hin Beistand leisten müssen. Das stellte eine Sprecherin
der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas jetzt nach den ergebnislos
verlaufenen Krisengesprächen über die aus europäischer Sicht
ungerechtfertigten US-Besitzansprüche auf die Arktisinsel in
Washington klar.

Grönland sei Teil des Hoheitsgebiets des Königreichs Dänemark und
fiele daher grundsätzlich unter die gegenseitige Solidaritätsklausel
in Artikel 42 Absatz 7 des EU-Vertrags, sagte die Sprecherin
gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Zugleich betonte sie, dass
sich die Frage einer Anwendung derzeit nicht stelle. Grundsätzlich
gilt eine militärische Konfrontation mit den USA als sehr
unwahrscheinlich, weil sich vermutlich niemand mit der mächtigsten
Militärmacht der Welt anlegen würde. 

Das weitgehend autonome Grönland gehört zum Staatsgebiet Dänemarks,
eines Nato-Mitglieds. US-Präsident Donald Trump will die riesige
rohstoffreiche Insel jedoch den USA einverleiben. Er begründet seine
Forderungen mit der Sicherheit für die Region und die US-Bevölkerung,
die er durch China und Russland bedroht sieht. Die Europäer wollen
ihn davon überzeugen, dass Grönland am besten im Rahmen der Nato
geschützt werden kann.