EU unterzeichnet Freihandelsabkommen mit Mercosur

16.01.2026 17:30

Die neue Freihandelszone soll den Austausch von Waren und
Dienstleistungen zwischen Europa und Südamerika ankurbeln. Damit wird
auch ein Zeichen gegen Trumps protektionistische Zollpolitik gesetzt.

Asunción (dpa) - Nach über 25 Jahren Verhandlungen unterzeichnen
Vertreter der Europäischen Union und vier südamerikanischer Ländern
des Staatenbunds Mercosur ein Freihandelsabkommen zwischen den beiden
Wirtschaftsblöcken.

An der Vertragsunterzeichnung am Samstag in der paraguayischen
Hauptstadt Asunción nehmen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der
Leyen, Ratspräsident António Costa, Argentiniens Präsident Javier
Milei, Paraguays Staatschef Santiago Peña und der uruguayische
Präsident Yamandú Orsi teil. Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula
da
Silva wollte nicht nach Asunción reisen, aber bereits am Freitag von
der Leyen in Rio de Janeiro empfangen.

Die neue Freihandelszone mit mehr als 700 Millionen Einwohnern und
einer gemeinsamen Wirtschaftsleitung von rund 22 Billionen US-Dollar
wird eine der größten weltweit sein. Durch den Abbau von
Handelsbarrieren und Zöllen soll der Austausch von Waren und
Dienstleistungen zwischen der EU und dem Mercosur angekurbelt werden.
Damit ist die neue Freihandelszone auch ein Zeichen gegen die
protektionistische Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump.

Kritiker des Abkommens befürchten, dass Bauern in Europa in einen
harten Preiskampf mit den besonders wettbewerbsfähigen
südamerikanischen Landwirten gezwungen werden. Kurz vor der Einigung
wurden deshalb Sicherheitsklauseln in das Abkommen eingearbeitet,
nach denen im Fall eines starken Anstiegs der Einfuhren aus den
Mercosur-Staaten oder eines übermäßigen Preisverfalls rasch
Gegenmaßnahmen in Gang gesetzt werden können.