Von der Leyen würdigt Brasiliens Einfluss beim Mercosur-Deal
16.01.2026 21:07
Kurz vor der Unterzeichnung des EU-Mercosur-Abkommens in Paraguay
reist EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen noch nach Brasilien.
Präsident Lula wird bei der formellen Zeremonie nicht dabei sein.
Rio de Janeiro (dpa) - EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen
hat Brasiliens Rolle beim Abschluss des Freihandelsabkommens zwischen
der Europäischen Union und dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur
ausdrücklich hervorgehoben. Das Abkommen sei die Errungenschaft
«einer ganzen Generation», an der zahlreiche Verhandlungsführer und
ihre Staats- und Regierungschefs mehr als 25 Jahre gearbeitet hätten,
sagte von der Leyen bei einer gemeinsamen Erklärung mit Brasiliens
Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva in Rio de Janeiro.
«Aber die politische Führung, das persönliche Engagement und die
Leidenschaft, die Sie in den vergangenen Wochen und Monaten gezeigt
haben, sind wirklich enorm», sagte sie an Lula gerichtet. Das
Abkommen sende die Botschaft, dass EU und Mercosur gemeinsam einen
großen Markt schafften, von dem beide Seiten durch neue Arbeitsplätze
profitieren sollten.
Lula bei Vertragsunterzeichnung in Paraguay nicht dabei
An der Vertragsunterzeichnung am Samstag in der paraguayischen
Hauptstadt Asunción nehmen von der Leyen, Ratspräsident António
Costa, Argentiniens Präsident Javier Milei, Paraguays Staatschef
Santiago Peña und der uruguayische Präsident Yamandú Orsi teil. Lula
will nicht nach Asunción reisen und wird durch Außenminister Mauro
Vieira vertreten.
Die brasilianische Regierung misst dem Treffen in Rio de Janeiro
größere politische Bedeutung bei als der formellen Zeremonie zur
Unterzeichnung des Abkommens in Asunción. Ziel sei es, die politische
Bekanntgabe des Vertrags auf brasilianischem Boden zu verankern und
Brasiliens Rolle als zentralen Verhandlungspartner hervorzuheben.
Die neue Freihandelszone mit mehr als 700 Millionen Einwohnern und
einer gemeinsamen Wirtschaftsleitung von rund 22 Billionen US-Dollar
wird eine der größten weltweit sein. Durch den Abbau von
Handelsbarrieren und Zöllen soll der Austausch von Waren und
Dienstleistungen zwischen der EU und dem Mercosur angekurbelt werden.
Damit ist die neue Freihandelszone auch ein Zeichen gegen die
protektionistische Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump.
