EU-Ratspräsident: Mercosur-Abkommen ist starke Botschaft

17.01.2026 03:04

Das EU-Mercosur-Abkommen soll mehr sein als ein Handelsvertrag. Warum
es laut EU-Ratspräsident Costa gerade jetzt ein wichtiges politisches
Signal sendet.

Rio de Janeiro (dpa) - Kurz vor der Unterzeichnung des
Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem südamerikanischen
Staatenbund Mercosur würdigt Ratspräsident António Costa den Deal als

politisches Signal in Zeiten wachsender globaler Spannungen. Das
Abkommen sei eine «starke Botschaft zu einem Zeitpunkt, an dem das
Völkerrecht bedroht ist, an dem Länder wie China unlauteren
Wettbewerb im internationalen Handel betreiben und Länder wie die
Vereinigten Staaten ihre Zölle erhöhen», sagte Costa vor Journalisten

in Rio de Janeiro.

Der ergänzte: «Die Botschaft, die wir senden, ist, dass wir an freien
Handel glauben, nicht an Zölle, und dass Handel reguliert sein muss
und nicht Gegenstand unfairer Konkurrenz sein darf.»

Costa wies Kritik zurück, das Abkommen könne eine einseitige
Abhängigkeit des Mercosur von Rohstoffexporten vertiefen. Die
Europäische Union setze nicht auf reine Rohstoffausfuhr, sondern auf
Investitionen und lokale Wertschöpfung. Ziel sei es, europäische
Technologie und Investitionen einzubringen, um Wertschöpfung vor Ort
zu ermöglichen und die lokale Wirtschaft zu stärken. Eine
«postkoloniale Logik» der bloßen Ausbeutung natürlicher Ressourcen

gebe es nicht mehr, sagte Costa.

Vertragsunterzeichnung am Samstag in Paraguay

Die formelle Unterzeichnung des Abkommens findet heute in der
paraguayischen Hauptstadt Asunción statt. Neben Costa werden
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Argentiniens
Präsident Javier Milei, Paraguays Staatschef Santiago Peña und der
uruguayische Präsident Yamandú Orsi teilnehmen. Brasiliens Präsident

Luiz Inácio Lula da Silva reist nicht nach Asunción und wird durch
Außenminister Mauro Vieira vertreten.

Die neue Freihandelszone mit mehr als 700 Millionen Einwohnern und
einer gemeinsamen Wirtschaftsleitung von rund 22 Billionen US-Dollar
wird eine der größten weltweit sein. Durch den Abbau von
Handelsbarrieren und Zöllen soll der Austausch von Waren und
Dienstleistungen zwischen der EU und dem Mercosur angekurbelt werden.
Damit ist die neue Freihandelszone auch ein Zeichen gegen die
protektionistische Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump.