US-Parlamentarier stärken Grönlands Widerstand gegen Trump
17.01.2026 11:57
US-Politiker reisen nach Dänemark und stellen sich öffentlich gegen
Donald Trumps Übernahmepläne für Grönland. Auf der Arktisinsel und
in
Dänemark soll heute demonstriert werden.
Kopenhagen (dpa) - Vor geplanten Demonstrationen gegen die
US-Regierung in Dänemark und Grönland haben mehrere US-Parlamentarier
ihre Unterstützung des Widerstands gegen Donald Trump bekräftigt.
«Grönland ist Teil Dänemarks, und Dänemark ist ein Nato-Verbündet
er»,
sagte der demokratische Senator Chris Coons während einer
Pressekonferenz in der dänischen Hauptstadt. «Meiner Meinung nach
sollte damit diese Diskussion beendet sein.»
US-Präsident Trump hatte wiederholt gesagt, dass die Vereinigten
Staaten das größtenteils von Eis bedeckte Grönland übernehmen wolle
n.
Trump begründet dies mit Sicherheitsbedenken wegen einer Bedrohung
durch China und Russland in der Region. Ländern, die gegen sein
Vorhaben eintreten, drohte er zuletzt mit Strafzöllen.
Coons bezeichnete die Aussagen als «nicht konstruktiv». Die
derzeitige Behandlung Dänemarks könnte der Beziehung beider Länder
nachhaltig schaden. Wie könne den USA vertraut werden, wenn der
Nato-Verbündete Dänemark im Stich gelassen werde, fragte der den
Bundesstaat Delaware vertretende Coons. Die Delegation kündigte an,
mit US-Außenminister Marco Rubio Kontakt aufnehmen zu wollen.
Die elf Parlamentarier, die nach Dänemark gereist waren, versuchten
zu verdeutlichen, dass Trumps Vorhaben in den USA auch auf Widerstand
stoße. Zwar gehörten zu der Gruppe nur zwei Vertreter von Trumps
republikanischer Partei. Dies sei aber kein Zeichen dafür, dass sich
die Republikaner in Gänze nicht für das Thema interessierten oder
schon für eine Seite entschieden hätten, sagte die republikanische
US-Senatorin Lisa Murkowski.
Erkundungsmission mit Bundeswehrsoldaten
Auf Grönland waren am Freitagabend Soldaten und weitere
Militärangehörige aus europäischen Nato-Staaten um Deutschland
eingetroffen. Das Bundeswehr-Team und seine Verbündeten sind für eine
Erkundungsmission vor Ort und sollen nach Angaben des
Verteidigungsministeriums in Berlin Bedingungen für gemeinsame
Militärübungen prüfen - das Ziel ist, für mehr Sicherheit zu sorgen
.
Unter anderem Norwegen, Schweden, Finnland, Großbritannien,
Frankreich und die Niederlande schicken Teams.
In der Hauptstadt Nuuk soll heute wie auch in Kopenhagen demonstriert
werden. «Wir fordern die Achtung des Selbstbestimmungsrechts
Grönlands und die Achtung des grönländischen Volkes. Dies ist nicht
nur ein Kampf für Grönland, sondern auch für die ganze Welt», sagt
Poul Johannesen, Initiator der grönländischen Bürgerinitiative «H
ände
weg von Kalaallit Nunaat».
