Düngeregeln und EU-Mittel: Ostdeutsche Agrarminister beraten
17.01.2026 13:06
Die Grüne Woche ist ein Treffpunkt für Agrarbranche und Politiker.
Die Ost-Agrarminister wollen über EU-Fördermittel und Düngeregeln
beraten. Brandenburg geht es darum, mit einer Stimme zu sprechen.
Berlin/Potsdam (dpa/bb) - Agrarminister der ostdeutschen Länder
beraten am Sonntagabend am Rande der Grünen Woche in Berlin über ihre
Positionen zu befürchteten Kürzungen bei der EU-Agrarförderung und
neuen Düngevorgaben. Das Treffen wird auf Initiative von Brandenburgs
Agrarministerin Hanka Mittelstädt (SPD) organisiert, wie das
Ministerium mitteilte. Auch die Präsidenten von Landesbauernverbänden
sollen dabei sein.
Angesichts der geplanten Reform des EU-Haushalts und bei der
Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ist die Sorge bei Landwirten vor
Einschnitten groß.
«Im Rahmen der GAP-Verhandlungen wollen wir als Agrarminister der
östlichen Bundesländer jede Gelegenheit nutzen, um unsere gemeinsamen
Positionen deutlich zu machen», teilte Mittelstädt mit. Zudem sei es
vor Beginn des Frühjahres von existenzieller Bedeutung für die
Landwirte, eine klare Regelung zur Düngeverordnung einzufordern. «In
wirtschaftlich angespannten Zeiten können wir unsere Landwirte nicht
im Ungewissen lassen.»
Gericht verlangt Nachbesserungen bei Düngevorgaben
Nach einer Gerichtentscheidung müssen Vorschriften fürs Düngen auf
den Feldern geändert werden. Vorgaben zum Ausweisen von Flächen, auf
denen wegen zu hoher Nitratwerte im Grundwasser besondere
Beschränkungen fürs Düngen gelten, reichen demnach nicht aus.
Ministerin sieht Nachteile für Betriebe im Osten
Bei den Plänen für die künftige gemeinsame EU-Agrarpolitik
kritisierte Mittelstädt, es sei eine Kappung der Agrarförderung für
Betriebe mit großen Landwirtschaftsflächen beabsichtigt. Dies würde
besonders die ostdeutschen Agrarunternehmen mit ihren großen
Strukturen benachteiligen.
Beratungen der EU über Agrarförderung für Europas Landwirte
Europas Landwirte sind verärgert, weil sie fürchten, weniger
EU-Mittel zu bekommen. In Brüssel wird über ein neues
Mehrjahresbudget von 2028 bis 2034 gerungen. Die Europäische
Kommission will den Etat auf rund zwei Billionen Euro aufstocken und
gleichzeitig reformieren: Während es bislang etwa viele Töpfe für die
Gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP) und für die Strukturförderung
gibt, soll es nach dem bisherigen Willen der Kommission künftig
lediglich einen großen Fonds dafür geben.
Damit will die Behörde den Landwirten künftig auch weniger Geld fest
zusagen. Ihnen sollen für den Zeitraum von 2028 bis 2034 knapp 300
Milliarden Euro zugesichert werden - und damit mehr als 20 Prozent
weniger als in der laufenden siebenjährigen Budgetperiode
veranschlagt.
