Hunderte protestieren in Dänemark gegen Trumps Grönlandpläne

17.01.2026 14:11

In Dänemark und auf Grönland versammeln sich die Menschen, um gegen
die Übernahmepläne von US-Präsident Donald Trump zu demonstrieren.
Auch US-Parlamentarier ergreifen das Wort.

Kopenhagen (dpa) - Hunderte Menschen haben am Mittag in der dänischen
Hauptstadt Kopenhagen gegen die Grönlandpläne von US-Präsident Donald

Trump demonstriert. «Die Botschaft aus Kopenhagen ist laut und
deutlich. Grönland ist keine Handelsware», sagte Oberbürgermeisterin

Sisse Marie Welling dänischen Medien zufolge.

Auf dem Rathausplatz warten etlichen Grönland- und Dänemarkfahnen zu
sehen. Die riesige Arktisinsel, die Trump für die Sicherheit der USA
übernehmen will, ist Teil des Königreichs Dänemarks. «Grönland st
eht
nicht zum Verkauf», war auf einem Schild der Demonstranten zu lesen.
Auch in weiteren dänischen Städten und auch auf Grönland selbst sind

heute Demonstrationen gegen die US-Politik geplant.

«Wir fordern die Achtung des Selbstbestimmungsrechts Grönlands und
die Achtung des grönländischen Volkes. Dies ist nicht nur ein Kampf
für Grönland, sondern auch für die ganze Welt», hatte Poul
Johannesen, Initiator der grönländischen Bürgerinitiative «Hände
weg
von Kalaallit Nunaat», zur Ankündigung der Demonstration auf Grönland

gesagt.

US-Parlamentarier wollen mit Rubio sprechen

Vor dem Start der Kopenhagener Demo bekräftigten mehrere
US-Parlamentarier ihre Unterstützung des Widerstands gegen Trump.
«Grönland ist Teil Dänemarks, und Dänemark ist ein Nato-Verbündet
er»,
sagte der demokratische Senator Chris Coons während einer
Pressekonferenz in der dänischen Hauptstadt. «Meiner Meinung nach
sollte damit diese Diskussion beendet sein.»

Trump hatte wiederholt gesagt, dass die Vereinigten Staaten das
größtenteils von Eis bedeckte Grönland übernehmen wollen. Trump
begründet dies mit einer Bedrohung durch China und Russland in der
Region. Ländern, die gegen sein Vorhaben eintreten, drohte er zuletzt
mit Strafzöllen.

Coons bezeichnete die Aussagen als «nicht konstruktiv». Die
derzeitige Behandlung Dänemarks könnte der Beziehung beider Länder
nachhaltig schaden. Wie könne den USA vertraut werden, wenn der
Nato-Verbündete Dänemark im Stich gelassen werde, fragte der den
Bundesstaat Delaware vertretende Coons. Die Delegation kündigte an,
mit US-Außenminister Marco Rubio Kontakt aufnehmen zu wollen.

Die elf US-Parlamentarier, die nach Dänemark gereist waren,
versuchten zu verdeutlichen, dass Trumps Vorhaben in den USA auch auf
Widerstand stoße. Zwar gehörten zu der Gruppe nur zwei Vertreter von
Trumps republikanischer Partei. Dies sei aber kein Zeichen dafür,
dass sich die Republikaner in Gänze nicht für das Thema
interessierten oder schon für eine Seite entschieden hätten, sagte
die republikanische US-Senatorin Lisa Murkowski.

Erkundungsmission mit Bundeswehrsoldaten

Auf Grönland waren am Freitagabend Soldaten und weitere
Militärangehörige aus europäischen Nato-Staaten um Deutschland
eingetroffen. Das Bundeswehr-Team und seine Verbündeten sind für eine
Erkundungsmission vor Ort und sollen nach Angaben des
Verteidigungsministeriums in Berlin Bedingungen für gemeinsame
Militärübungen prüfen - mit dem Ziel, für mehr Sicherheit zu sorgen
.
Unter anderem Norwegen, Schweden, Finnland, Großbritannien,
Frankreich und die Niederlande schicken Teams.