Minister Rainer setzt auf Absicherungen für Europas Bauern

17.01.2026 16:43

Die künftige Freihandelszone zwischen der EU und Südamerika soll die
Geschäfte ankurbeln - doch von Landwirten kommen Proteste. Die
Bundesregierung will darüber wachen, dass Schutzregeln wirken.

Berlin (dpa) - Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer setzt auf
wirksame Absicherungen für die europäischen Bauern beim
Freihandelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Ländern. Das
Abkommen sei zentral für eine EU-Handelspolitik in geopolitisch
herausfordernden Zeiten, sagte der CSU-Politiker am Rande der
Agrarmesse Grüne Woche in Berlin. Es sei aber wichtig, dass die
Anliegen der Landwirte gehört würden.

Nun vorgesehene Schutzklauseln für die Bauern seien «ein wichtiger
Schritt, um unsere sensiblen Agrarmärkte abzusichern», sagte Rainer
zur Unterzeichnung des Abkommens. «Entscheidend ist aber, dass die
Schutzklauseln in der Praxis wirksam schnell anwendbar und, wenn
notwendig, auch flexibel handhabbar sind.» Er und die ganze
Bundesregierung würden darauf sehr wachsam achten.

Proteste von Bauern

Gegen das Abkommen mit Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay
hatte es Bauernproteste gegeben. Kritiker befürchten, dass Landwirte
in Europa in einen harten Preiskampf gezogen werden. Kurz vor der
Einigung wurden daher Sicherheitsklauseln ins Abkommen eingearbeitet.
Demnach können im Fall eines starken Anstiegs der Einfuhren aus dem
Mercosur-Staatenbund oder eines übermäßigen Preisverfalls rasch
Gegenmaßnahmen in Gang gesetzt werden.

Rainer sagte: «Wir brauchen eine ehrgeizige EU-Handelspolitik. Wir
brauchen Partner, mit denen wir gemeinsame Werte teilen und auf
Augenhöhe auch Handel treiben können.» Anliegen der Landwirte zu
hören, sei kein Widerspruch zum offenen Handel, sondern ein Stück
weit auch Fairness und Akzeptanz.