Kommando-Chef: Militärübung auf Grönland für Monate geplant
17.01.2026 16:50
Auf Grönland trainieren Nato-Staaten Seite an Seite - die Übung soll
mehrere Monate andauern. Welche Rolle spielen die USA? Der Chef des
Arktischen Kommandos gibt Auskunft.
Nuuk (dpa) - Die militärische Übung europäischer Nato-Staaten auf
Grönland wird noch mehrere Monate andauern. «Das, was wir gerade
machen, ist, eine länger andauernde Übung zu planen, kontinuierlich
das ganze Jahr 2026 hindurch und vielleicht auch ins Jahr 2027
hinein», sagte der Chef des Arktischen Kommandos, Søren Andersen, der
Deutschen Presse-Agentur in Nuuk.
Unter dem Eindruck der von US-Präsident Donald Trump wiederholt
geäußerten Annexionspläne waren am Freitag unter anderem Angehörige
der Bundeswehr auf Grönland angekommen. Deutschland und weiteren
Nationen geht es zunächst um eine Erkundungsmission vor der
eigentlichen Militärübung. «Die Deutschen und unter anderem auch
Schweden und Norweger sind hier oben, um zu eruieren, welche
Möglichkeiten für ein gemeinsames Training es hier gibt», sagte
Andersen.
Trump hatte seine Pläne, Grönland den Vereinigten Staaten
einzuverleiben, immer wieder mit Sicherheitsbedenken wegen einer
Bedrohung durch China und Russland in der Region begründet. Die
Nato-Verbündeten sind überzeugt, dass Grönland nicht von den USA
übernommen werden müsse, um die Arktis zu schützen.
Baldige Entscheidung über US-Teilnahme
Andersen sagte der dpa, die USA seien wie alle Nato-Nationen
eingeladen worden, «hier oben zu trainieren». Das Arktische Kommando,
das Teil der dänischen Streitkräfte ist, arbeite täglich mit dem
amerikanischen Militär zusammen. «Einer der Offiziere in meinem Stab
ist Teil des Stabs, der auf der Pituffik Space Base ist, der
amerikanischen Basis in Nordgrönland», sagte Andersen. «Wir arbeiten
mit den USA täglich zusammen, daran hat sich nichts geändert.»
Für die eigentliche Übung seien bislang nur französische Soldaten vor
Ort. «Die anderen Länder sind hier, um sich die Möglichkeiten
anzusehen. Ob die USA sich die Möglichkeiten ansehen, auch mit
anderen Nato-Ländern zu trainieren, darüber werden wir, glaube ich,
innerhalb des nächsten Monats eine Entscheidung haben», sagte
Andersen.
