Konflikte/Nato/EU/Diplomatie/Militär/Wirtschaft/USA/Grönland/Dänemark / Grönland-Streit: Trump kündigt Zölle gegen Deutschland an

17.01.2026 19:21

Donald Trump eskaliert den Konflikt um Grönland: Der US-Präsident
kündigt Strafzölle gegen europäische Unterstützer der Insel an.

Washington (dpa) - In einem beispiellosen Schritt will US-Präsident
Donald Trump unter Verweis auf den Grönland-Konflikt zusätzliche
Zölle gegen Deutschland und sieben weitere europäische Staaten
verhängen - alle von ihnen Nato-Länder. Die gestaffelten Zölle sollen

so lange gelten, bis ein Abkommen über den vollständigen Kauf der
Arktisinsel erzielt werde, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth
Social. Ab dem 1. Februar sollen zusätzlich Zölle in Höhe von 10
Prozent gelten, ab dem 1. Juni Zölle in Höhe von 25 Prozent - auf
alle Waren, die in die USA gesendet werden. Aktuell gilt seit Sommer
für die meisten EU-Exporte nach Amerika ein Zollsatz von 15 Prozent. 

Trump stößt sich auch daran, dass Deutschland und europäische Staaten

jüngst Soldaten auf die Insel geschickt haben. Der US-Präsident
wiederholte seine Einschätzung, dass die USA Grönland zur Sicherheit
der Arktis besitzen müssen. Er sagt, dass sonst Russland oder China
die Insel übernehmen würden.

Trump kritisiert Entsendung von Soldaten nach Grönland

Die Vereinigten Staaten seien ab sofort offen für Verhandlungen mit
Dänemark und weiteren Nationen. Die Entsendung von Soldatinnen und
Soldaten aus mehreren Nato-Staaten, darunter Deutschland, kritisierte
Trump heftig. «Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland,
Großbritannien, die Niederlande und Finnland sind nach Grönland
gereist, für unbekannte Zwecke», schrieb Trump. Dies sei eine «sehr
gefährliche Situation» für die Sicherheit, den Schutz und das
Überleben des Planeten. Die Zölle würden für alle genannten Lände
r
gelten.

EU-Ratspräsident António Costa kritisierte Trumps Zoll-Ankündigung.
«Wenn wir Wohlstand wollen, müssen wir Märkte öffnen, nicht
schließen. Wir müssen Zonen der wirtschaftlichen Integration schaffen
und nicht die Zölle erhöhen», sagte er nach der Unterzeichnung des
Freihandelsabkommens zwischen der EU und dem südamerikanischen
Staatenbund Mercosur in Paraguay auf die Frage nach Trumps Vorstoß.
«Die EU war immer sehr entschlossen in der Verteidigung des
Völkerrechts - und natürlich besonders im Gebiet eines
Mitgliedstaats.»

Bundeswehr an Erkundungsmission beteiligt

Auf Grönland läuft aktuell unter Beteiligung der Bundeswehr eine
Erkundungsmission vor einer Militärübung. Nach Angaben des
Verteidigungsministeriums in Berlin sollen die deutschen Soldatinnen
und Soldaten auf der Insel Bedingungen für gemeinsame Militärübungen

prüfen. Es gehe um die Frage, ob die Arktis sicher sei und inwiefern
Deutschland mit seinen Nato-Partnern dazu beitragen könne, sagte ein
Sprecher. Das deutsche Team - 15 Männer und Frauen - besteht demnach
aus Logistikern und Experten unterschiedlicher Bereiche. Es war am
Freitag auf Grönland eingetroffen.

Laut dem Chef des Arktischen Kommandos, das Teil der dänischen
Streitkräfte ist, seien für eine eigentliche Übung bislang nur
französische Soldaten vor Ort. «Die anderen Länder sind hier, um sich

die Möglichkeiten anzusehen», sagte Søren Andersen. 

Die Nato-Verbündeten sind überzeugt, dass Grönland, das Teil des
Königreichs Dänemark ist, nicht von den USA übernommen werden müsse
,
um die Arktis zu schützen.

Am Samstag hatten in Dänemark und auf Grönland Tausende Menschen
gegen die Annexionspläne des US-Präsidenten demonstriert. In
Kopenhagen kündigten US-Parlamentarier an, das Gespräch mit
US-Außenminister Marco Rubio suchen zu wollen. Das weitgehend
autonome Grönland gehört zum Hoheitsgebiet des Nato-Mitglieds
Dänemark.

Trump über Hundeschlitten

Trump schrieb nun auf Truth Social, der Weltfrieden stünde auf dem
Spiel. Er bezeichnete den Schutz Dänemarks als unzureichend, indem er
angab, dass dort aktuell zwei Hundeschlitten seien. Trump platziert
die Hundeschlitten seit Tagen in seinen Reden. China und Russland
wollten Grönland für sich, und Dänemark könne nichts dagegen tun, s
o
Trump. Nur die USA könnten in diesem Spiel mitspielen, schrieb er.

In dieser Woche hatte es in Washington ein Krisengespräch zwischen
den USA, Dänemark und Grönland gegeben - greifbare Ergebnisse gab es
nicht.