Konflikte/Nato/EU/Diplomatie/Militär/Wirtschaft/USA/Grönland/Dänemark / Rasmussen: Trumps Zollandrohung für Dänemark überraschend

17.01.2026 20:00

US-Präsident Donald Trump eskaliert im Streit über Grönland und droht

mehreren europäischen Staaten mit Zöllen. In Dänemark hat man einen
solchen Schritt nicht erwartet.

Kopenhagen (dpa) - Der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen
zeigt sich von der Zoll-Drohung von US-Präsident Donald Trump
gegenüber mehreren europäischen Staaten im Grönland-Konflikt
überrascht. Das teilte der Däne in einer Stellungnahme der
Nachrichtenagentur Ritzau zufolge mit. Dänemark stehe derzeit in
engem Kontakt mit der EU-Kommission. 

Trump stößt sich daran, dass Deutschland und andere europäische
Staaten jüngst teils auf Einladung Dänemarks Soldaten auf die Insel
geschickt haben. Er will Grönland, das Teil des Königreiches Dänemark

ist, den USA einverleiben und begründet dies immer wieder auch mit
Sicherheitsinteressen. Der Zweck der verstärkten militärischen
Präsenz in Grönland bestehe jedoch genau darin, die Sicherheit in der
Arktis zu erhöhen, sagte Rasmussen den Angaben zufolge weiter.

Trump hat unter Verweis auf den Grönland-Konflikt zusätzliche Zölle
gegen Deutschland und sieben weitere europäische Länder ab Anfang
Februar angekündigt. Die gestaffelten Zölle sollen so lange gelten,
bis ein Abkommen über den vollständigen Kauf der Arktisinsel erzielt
werde, teilte Trump mit. 

Ein Krisengespräch zwischen den USA, Dänemark und Grönland, an dem
auch Rasmussen teilnahm, hatte am Mittwoch keine Lösung im Konflikt
um die Besitzansprüche der USA gebracht.