Konflikte/Nato/EU/Diplomatie/Militär/Wirtschaft/USA/Grönland/Dänemark / Trump-Ankündigung - EU-Spitzen warnen vor «Abwärtsspirale»
17.01.2026 21:34
Eskalation im Streit über Grönland: Der US-Präsident kündigt Zöll
e
auf Einfuhren aus Deutschland und anderen EU-Staaten an. Die
EU-Kommissionspräsidentin reagiert.
Brüssel (dpa) - EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und
Ratspräsident António Costa warnen nach der Zoll-Drohung von
US-Präsident Donald Trump vor den Folgen. «Zölle würden die
transatlantischen Beziehungen untergraben und eine gefährliche
Abwärtsspirale riskieren», teilten beide in den sozialen Netzwerken
mit. «Europa wird weiterhin geeint und koordiniert vorgehen und sich
für die Wahrung seiner Souveränität einsetzen», heißt es weiter.
Trump stößt sich im Grönland-Konflikt auch daran, dass Deutschland
und andere europäische Nato-Staaten jüngst Soldaten für eine
Erkundungsmission vor einer Militärübung auf die Insel geschickt
haben.
In der gemeinsamen Stellungnahme der EU-Spitzen heißt es, die Übung
entspreche der Notwendigkeit, die Sicherheit in der Arktis zu stärken
und stelle für niemanden eine Bedrohung dar. Der Dialog bleibe von
entscheidender Bedeutung und die EU sei entschlossen, auf dem
zwischen dem Königreich Dänemark und den USA begonnenen Prozess
aufzubauen. Nach Gesprächen zwischen Vertretern Dänemarks, Grönlands
und der USA am Mittwoch hatte es von US-Seite geheißen, man habe sich
darauf geeinigt, eine Arbeitsgruppe einzurichten, die technische
Gespräche über den Kauf Grönlands führen solle.
Zoll-Deal geplatzt? EVP-Chef Weber: Zustimmung nicht möglich
Eigentlich hatte die EU sich mit den USA im vergangenen Jahr im
Zollkonflikt auf einen Deal verständigt, dem das EU-Parlament noch
zustimmen muss. Demnach soll der US-Zoll von 15 Prozent für die
meisten europäischen Produkte gelten. Zölle auf US-Industriegüter
dagegen sollen vollständig abgeschafft werden, und Barrieren für den
Import von bestimmten Lebensmitteln sollen fallen.
Der Chef der Europäischen Volkspartei (EVP), Manfred Weber, teilte
mit, seine Fraktion befürworte den Zoll-Deal, doch eine Zustimmung
sei angesichts der Drohungen durch Trump zum jetzigen Zeitpunkt nicht
möglich. «Die Null-Prozent-Zölle auf US-Produkte müssen ausgesetzt
werden», so der CSU-Politiker. Die EVP ist die größte Fraktion im
Europäischen Parlament.
Trump will Grönland-Kauf mit Zöllen erzwingen
Trump hatte unter Verweis auf den Grönland-Konflikt am Samstag
angekündigt, ab Februar zusätzliche Zölle gegen Deutschland und
sieben weitere europäische Länder verhängen zu wollen. Die
gestaffelten Zölle sollen so lange gelten, bis ein Abkommen über den
vollständigen Kauf der Arktisinsel erzielt werde, schrieb Trump auf
seiner Plattform Truth Social.
Ab dem 1. Februar sollen Strafzölle in Höhe von 10 Prozent gelten, ab
dem 1. Juni Zölle in Höhe von 25 Prozent - auf alle Waren, die in die
USA gesendet werden.
