Konflikte/Nato/EU/Diplomatie/Militär/Wirtschaft/USA/Grönland/Dänemark / EU-Staaten beraten in Krisensitzung nach US-Zollandrohung
17.01.2026 22:13
Eskalation im Streit über Grönland: Der US-Präsident kündigt Zöll
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auf Einfuhren aus mehreren EU-Staaten an. In Brüssel wird
außerplanmäßig ein Treffen von Vertretern der Mitgliedsländer
einberufen.
Brüssel (dpa) - Vertreter der EU-Staaten treffen sich an diesem
Sonntag nach der Zoll-Drohung von US-Präsident Donald Trump im
Grönland-Konflikt zu einer Sondersitzung. Nach den jüngsten
Ankündigungen der USA sei für den Nachmittag eine außerordentliche
Sitzung auf Botschafterebene einberufen worden, teilte die derzeitige
zypriotische Ratspräsidentschaft mit.
Ob dabei mögliche Gegenmaßnahmen besprochen werden, blieb zunächst
unklar. Die EU hat seit 2023 ein Instrument, um sich gegen
handelspolitischen Druck zu wehren. Dabei geht es laut der
entsprechenden Verordnung um eine Situation, in der ein Drittland
versucht, die EU oder einen Mitgliedstaat durch Handelsmaßnahmen zu
einer bestimmten Entscheidung zu bewegen. Gegenzölle und viele
weitere Maßnahmen sind der Verordnung nach dann möglich. Allerdings
soll das Instrument nur ein letztes Mittel sein.
Trump will Grönland-Kauf mit Zöllen erzwingen
Trump hatte unter Verweis auf den Grönland-Konflikt am Samstag
angekündigt, zusätzliche Zölle gegen Deutschland und sieben weitere
europäische Länder verhängen zu wollen. Ab dem 1. Februar sollen
Strafzölle in Höhe von 10 Prozent gelten, ab dem 1. Juni Zölle in
Höhe von 25 Prozent - auf alle Waren, die in die USA gesendet werden.
Die gestaffelten Zölle sollen so lange gelten, bis ein Abkommen über
den vollständigen Kauf der Arktisinsel erzielt werde, schrieb Trump
auf seiner Plattform Truth Social. Betroffen von der Zoll-Androhung
sind Länder, die jüngst Soldaten zu einer Erkundungsmission auf die
Insel geschickt haben.
