Maschinenbauer: Europa darf sich nicht erpressen lassen

18.01.2026 11:08

US-Strafzölle treffen den europäischen Maschinenbau besonders hart.
Warum der VDMA eine entschlossene Reaktion der EU fordert und was das
für den Handel bedeutet.

Frankfurt/Main (dpa) - Nach der Drohung von US-Präsident Donald
Trump, im Grönland-Konflikt mehrere EU-Staaten mit neuen Zöllen zu
bestrafen, fordert der Maschinenbauverband VDMA eine entschlossene
Gegenreaktion der Europäer. «Europa darf sich nicht erpressen lassen,
auch nicht von den Vereinigten Staaten», sagte VDMA-Präsident Bertram
Kawlath. Grönland sei ein Teil Europas und müsse es auch bleiben.
«Wenn die EU hier nachgibt, wird es den amerikanischen Präsidenten
nur ermutigen, die nächste aberwitzige Forderung zu stellen und mit
weiteren Zöllen zu drohen.»

Trump hatte Zölle gegen Deutschland sowie Dänemark, Norwegen,
Schweden, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und Finnland
angekündigt: auf alle Waren zunächst ab 1. Februar 10 Prozent und ab
1. Juni 25 Prozent - solange, bis eine Einigung über den
«vollständigen und umfassenden Kauf Grönlands» erzielt sei. 

VDMA: EU-Parlament kann keine Zollkürzung für USA beschließen

Der VDMA-Präsident forderte, Europa müsse dieser US-Expansionspolitik
selbstbewusst, einig und entschlossen entgegenstehen. «Die
EU-Kommission sollte prüfen, ob das Instrument gegen
handelspolitische Zwangsmaßnahmen (Anti-Coercion-Instrument) zum
Einsatz kommen kann.» Es ermögliche Gegenmaßnahmen, wenn
wirtschaftlicher Druck ausgeübt werde, um politische Entscheidungen
zu erzwingen. «Das Europäische Parlament kann in der kommenden Woche
unmöglich Zollkürzungen für die USA beschließen, solange Washington

die Europäische Union mit neuen Strafzöllen unter Druck setzt.»

Maschinenbau bereits überdurchschnittlich stark betroffen

Die EU und die USA hatten im vergangenen Jahr im Zollkonflikt eine
Verständigung erzielt, der das EU-Parlament noch zustimmen muss.
Demnach soll für die meisten europäischen Produkte ein US-Zoll von 15
Prozent gelten. Zölle auf US-Industriegüter dagegen sollen
abgeschafft werden, und Barrieren für den Import bestimmter
Lebensmittel sollen fallen. Im EU-Parlament erscheint eine Zustimmung
dazu nun aber ausgeschlossen. 

Der europäische Maschinen- und Anlagenbau ist laut VDMA von den
US-Zöllen bereits überdurchschnittlich stark betroffen, weil eine
Vielzahl von Produkten den Sonderzöllen auf Stahl und Aluminium von
50 Prozent unterliegen. Hinzu kämen hohe Kosten für Bürokratie, die
viele Geschäfte verhinderten. Mehr als jede zweite exportierte
Maschine könnte davon betroffen sein.