Bayern lockt Landärzte mit Stipendien für EU-Studium
18.01.2026 11:13
77 Stipendien für ein Medizinstudium im Ausland sind noch frei. Wer
sich bewirbt, verpflichtet sich zu mehreren Jahren Arbeit als Arzt
auf dem Land in Bayern.
München (dpa/lby) - Auf der Suche nach Landärzten fördert Bayern nun
auch angehende Medizinerinnen und Mediziner mit einem Studienplatz
außerhalb Deutschlands. «Mit einem eigens aufgelegten
Stipendienprogramm ermöglicht der Freistaat bis zu 100 jungen
Menschen ein Medizinstudium im EU-Ausland, wenn diese sich
verpflichten, später für einen gewissen Zeitraum im ländlichen Raum
in Bayern als Fachärztin oder Facharzt zu arbeiten», sagte
Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU).
Der Vorteil: an bestimmten europäischen Universitäten gibt es keinen
Numerus Clausus (NC), für den Bestnoten im Abitur erforderlich sind.
Wer ein Stipendium ergattert hat, erhält laut Gerlach über einen
Zuschuss zu den an ausländischen Hochschulen anfallenden
Studiengebühren in Höhe von bis zu 10.000 Euro pro Semester.
77 Stipendien sind noch zu haben
23 Plätze wurden der Mitteilung zufolge bereits vergeben. Nun könnten
noch 77 Personen im Wintersemester 2026/2027 ein gefördertes Studium
aufnehmen. Neun Plätze davon seien für angehende Kinder- und
Jugendpsychiater reserviert, da es gerade in diesem wichtigen und
sensiblen Bereich an Nachwuchs fehle, so Gerlach.
Bewerbungsphase in Salzburg und Split
Für das Wintersemester 2026/2027 läuft nach Angaben Gerlachs die
Bewerbungsphase für eine private Universität in Salzburg, die Phase
für die Hochschule im kroatischen Split beginnt demnächst. Beide
kooperierten mit Krankenhäusern in Bayern - eine Voraussetzung für
die Förderung. Denn mindestens die Hälfte der Studienzeit müssten
Stipendiatinnen und Stipendiaten am Standort der bayerischen Klinik
verbringen, sagte die Ministerin. Zudem müssten sie sich
verpflichten, nach Abschluss des Studiums sich zum Facharzt in Bayern
weiterzubilden und danach mindestens fünf Jahre hier auch im
ländlichen Raum tätig zu sein.
