DIHK fordert klare gemeinsame EU-Antwort auf Trump
18.01.2026 11:51
Die Industrie- und Handelskammer warnt vor spürbaren Folgen der von
Trump angekündigten Zölle. Ihr Verband hält eine gemeinsame
EU-Strategie jetzt für entscheidend.
Berlin (dpa) - Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK)
fordert von der EU Geschlossenheit gegen die von US-Präsident Donald
Trump im Grönland-Konflikt angekündigten Zölle für Deutschland und
andere Staaten. Scharfe Gegenmaßnahmen sieht er aber nur als letztes
Mittel.
Die Europäische Union dürfe sich nicht auseinanderdividieren lassen,
sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. «Wirtschaftlichem
Zwang gegen einzelne Mitgliedstaaten kann Brüssel nur mit einer
klaren und gemeinsamen Haltung begegnen.»
Eine Zustimmung des Europäischen Parlaments zur eigentlich
vereinbarten Senkung der EU-Zölle auf US-Industriegüter sei damit
unwahrscheinlich geworden. «Es ist angesichts der aktuellen Drohung
kaum vorstellbar, die EU-Zollsätze für viele amerikanische Güter auf
Null zu setzen», sagte Treier.
«Außerdem müssen nun auch alle Instrumente des EU-Handelsschutzes -
inklusive des Anti-Coercion Instruments (ACI) - geprüft werden.
Dessen Anwendung sollte jedoch Ultima Ratio bleiben.» Dieses
Instrument ermöglicht der EU Gegenmaßnahmen, wenn wirtschaftlicher
Druck ausgeübt wird, um politische Entscheidungen zu erzwingen.
DIHK: Einbruch der Exporte in USA wäre nur Aufgalopp
Die angekündigten Zölle zeigten erneut, wie unberechenbar die
US-Handelspolitik geworden sei. Sie würden laut Treier spürbare
zusätzliche Einschnitte nach sich ziehen: «Der Einbruch der deutschen
Exporte in die USA um fast zehn Prozent im Jahr 2025 wäre damit nur
ein Aufgalopp.»
Trump hatte Zölle gegen Deutschland sowie Dänemark, Norwegen,
Schweden, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und Finnland
angekündigt: auf alle Waren zunächst ab 1. Februar 10 Prozent und ab
1. Juni 25 Prozent - solange, bis eine Einigung über den
«vollständigen und umfassenden Kauf Grönlands» erzielt sei.
