Macron bringt EU-Antwort auf Trumps Zolldrohung auf den Weg

18.01.2026 12:49

Macron will die EU zu Handelsschutzmaßnahmen bewegen. Grund sind
Zolldrohungen von US-Präsident Trump im Streit um Grönland.

Paris (dpa) - Frankreich bringt wegen neuer Zoll-Drohungen von
US-Präsident Donald Trump im Grönland-Streit Gegenmaßnahmen der EU
auf den Weg. Präsident Emmanuel Macron stehe mit seinen europäischen
Amtskollegen in Kontakt und werde im Namen Frankreichs beantragen,
ein EU-Gesetz zur Abwehr wirtschaftlicher Nötigung zu aktivieren, wie
es aus dem Umfeld des Präsidenten hieß. Konkret geht es um das
Anti-Coercion Instrument (ACI). Es ermöglicht der EU Gegenmaßnahmen,
wenn wirtschaftlicher Druck ausgeübt wird, um politische
Entscheidungen zu erzwingen.

Macron sei damit beschäftigt, die europäische Reaktion auf die
«inakzeptablen Drohungen von Präsident Trump» zu koordinieren, hieß

es in Paris weiter. Der amerikanische Ansatz im Grönland-Streit werfe
aus Sicht des Präsidenten die Frage nach der Gültigkeit des
Zollabkommens auf, das die Europäische Union im vergangenen Sommer
mit den Vereinigten Staaten geschlossen hat.

Die EU und die USA hatten sich im vergangenen Jahr im Zollkonflikt
auf einen Deal verständigt, dem das EU-Parlament noch zustimmen muss.
Demnach soll der US-Zoll von 15 Prozent für die meisten europäischen
Produkte gelten. Zölle auf US-Industriegüter dagegen sollen
vollständig abgeschafft werden, und Barrieren für den Import von
bestimmten Lebensmitteln sollen fallen. 

Trump pocht darauf, die zum Königreich Dänemark gehörende Insel
Grönland den USA einzuverleiben. Er hat zusätzliche Zölle gegen acht

europäischen Staaten angekündigt, die Soldaten auf die Insel entsandt
haben, um die Möglichkeiten einer Militärübung zu erkunden. Zu den
Ländern gehören Deutschland und Frankreich.