Konflikte/Nato/EU/Diplomatie/Militär/Wirtschaft/USA/Grönland/Dänemark / Nach Trumps Zoll-Eklat: Europäer warnen vor Eskalation
18.01.2026 14:34
US-Präsident Donald Trump hat im Grönland-Konflikt zusätzliche Zöll
e
für acht europäische Partner angekündigt. Die Betroffenen geben nun
Kontra.
Berlin (dpa) - Deutschland und die übrigen betroffenen europäischen
Länder wenden sich gemeinsam gegen die Drohung von US-Präsident
Donald Trump mit Strafzöllen im Grönland-Konflikt. «Zolldrohungen
untergraben die transatlantischen Beziehungen und bergen das Risiko
einer Eskalation», heißt es in einer gemeinsamen Erklärung
Deutschlands mit Dänemark, Finnland, Frankreich, den Niederlanden,
Norwegen, Schweden und Großbritannien. Man werde koordiniert
reagieren. «Wir sind entschlossen, unsere Souveränität zu wahren.»
Hintergrund ist der Konflikt mit den USA um die Ansprüche von
Präsident Trump auf das zu Dänemark gehörende Grönland. Trump hatte
in einem beispiellosen Schritt am Samstag unter Verweis auf den
Konflikt zusätzliche Zölle ab Februar gegen Deutschland und die
anderen sieben Staaten angekündigt - alle von ihnen Nato-Länder.
Anstoß nahm Trump an deren gemeinsamer militärischer
Erkundungsmission auf Grönland. Die 15 beteiligten
Bundeswehr-Soldaten wurden nach offiziellen Angaben inzwischen wieder
zurückbeordert.
«Für niemanden eine Bedrohung»
In der gemeinsamen Erklärung der acht Staaten hieß es: «Als Alliierte
der Nato sind wir der Stärkung der Sicherheit in der Arktis
verpflichtet. Dies ist ein gemeinsames transatlantisches Interesse.»
Die von Dänemark koordinierte Übung «Arctic Endurance» sei eine
Antwort auf die Notwendigkeit größerer Sicherheit in der Arktis. «Die
Übung stellt für niemanden eine Bedrohung dar», erklärten die acht
Länder.
Und weiter: «Wir stehen in voller Solidarität an der Seite des
Königreichs Dänemark und der Bevölkerung Grönlands. Aufbauend auf d
em
letzte Woche begonnenen Prozess sind wir bereit, in einen Dialog
einzutreten, auf Grundlage der Prinzipien der Souveränität und
territorialen Integrität. Wir stehen fest zu diesen Prinzipien.»
Der US-Präsident will die zum Königreich Dänemark gehörende Insel d
en
USA einverleiben - was die europäischen Nato-Partner vehement
ablehnen. Die angekündigten US-Zölle sollen so lange gelten, bis ein
Abkommen über den vollständigen Kauf der Arktisinsel erzielt werde,
schrieb Trump auf Truth Social. Ab dem 1. Februar sollen demnach 10
Prozent für in die USA gesendete Waren fällig werden, ab dem 1. Juni
25 Prozent.
