Trumps neue Strafzölle: IG Metall fordert Geschlossenheit
18.01.2026 15:22
Die IG Metall warnt vor den möglichen Folgen der von US-Präsident
Trump angekündigten neuen Strafzölle. Welche Strategie Bezirksleiter
Gröger jetzt erwartet.
Hannover (dpa/lni) - Die Industriegewerkschaft Metall hat nach den
von US-Präsident Donald Trump angekündigten neuen Strafzöllen gegen
Deutschland und andere europäische Staaten Geschlossenheit gefordert.
«Wir dürfen uns nicht kleiner machen, als wir sind: Wenn Europa
geschlossen auftritt, kann es auf Augenhöhe mit den großen globalen
Akteuren handeln und bleibt kein Spielball geopolitischer Kräfte»,
sagte Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall in Niedersachsen
und Sachsen-Anhalt. «Jetzt ist hierzulande Klarheit gefragt:
Beschäftigung first!»
Keine Gewinner
Er betonte: «Diese Form der US-Handelspolitik erzeugt jedenfalls
keine Gewinner. Sie schadet Verbraucherinnen und Verbrauchern,
Beschäftigten und Unternehmen gleichermaßen - diesseits wie jenseits
des Atlantiks.» Eine exportorientierte Volkswirtschaft wie die
deutsche träfen die Strafzölle dennoch besonders - «sei es die
Automobilindustrie in Niedersachsen oder der Maschinen- und
Anlagenbau in Sachsen-Anhalt».
Gröger mahnte «weniger Scheindebatten über Arbeitszeiten oder den
Sozialstaat, dafür mehr Entschlossenheit bei der Senkung der
Energiepreise, bei Investitionen in Forschung und Innovation sowie
bei der Stärkung und Stabilisierung der Kaufkraft der Bevölkerung»
an. Die Stärke des europäischen Binnenmarktes müsse «endlich»
selbstbewusst genutzt werden.
Gezielte Maßnahmen gefordert
Er sagte: «Donald Trump hat das Parkett partnerschaftlicher
Zusammenarbeit längst verlassen. An seine Stelle ist ein Denken
getreten, das sich allein am Recht des Stärkeren orientiert.» Darauf
müsse mit «kühlem Kopf, aber fester Hand reagiert werden: besonnen im
Ton, konsequent im Handeln. Etwaige Gegenmaßnahmen dürfen nicht von
Aktionismus geprägt sein, sondern müssen präzise, gezielt und wirksam
ausgestaltet werden.»
Nach Grögers Angaben ist die wirtschaftliche Bedeutung der
Vereinigten Staaten für die Industriearbeitsplätze in Niedersachsen
und Sachsen-Anhalt erheblich: Demnach sind die USA für Niedersachsen
der drittwichtigste Exportpartner, 2024 wurden Waren im Wert von rund
7,3 Milliarden Euro in die Vereinigten Staaten geliefert - gut sieben
Prozent der Gesamtausfuhren. Für Sachsen-Anhalt sind die USA der
wichtigste Absatzmarkt außerhalb der Europäischen Union.
Es geht wieder um Grönland
Trump hatte zusätzliche Zölle gegen Deutschland sowie Dänemark,
Norwegen, Schweden, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und
Finnland angekündigt: auf alle Waren zunächst ab 1. Februar 10
Prozent und ab 1. Juni 25 Prozent - solange, bis eine Einigung über
den «vollständigen und umfassenden Kauf Grönlands» erzielt sei.
