Konflikte/Nato/EU/Diplomatie/Militär/Wirtschaft/USA/Grönland/Dänemark / Wadephul: Kein Zweifel an Bündnistreue der USA
18.01.2026 17:16
Auf die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Sonderzölle «wi
rd
es eine Antwort geben müssen», sagt der Bundesaußenminister. Für de
n
Zusammenhalt der Nato gibt er indes Entwarnung.
Berlin (dpa) - Bundesaußenminister Johann Wadephul sieht keine
Auswirkungen des aktuellen Zollstreits mit den USA auf den
militärischen Zusammenhalt der Nato. «Es gibt überhaupt keinen
Zweifel, dass die Vereinigten Staaten von Amerika voll und ganz zum
Bündnis, zur Nato stehen und auch zur Verteidigung Europas», sagte
der CDU-Politiker im «Bericht aus Berlin» der ARD. «Das hat niemand
bisher in Washington in Zweifel gezogen.» In Europa solle man nicht
solche Fragen andiskutieren, sondern gemeinsam an einem starken
Bündnis arbeiten, fügte er hinzu.
US-Präsident Donald Trump hatte im Streit über seine Ansprüche auf
Grönland Sonderzölle gegen Deutschland und sieben weitere europäische
Nato-Partner angekündigt. Wadephul erwartet Konsequenzen: Er sagte,
in dieser Situation sei er skeptisch, ob das vor Monaten
ausgehandelte EU-Zollabkommen mit den USA vom Europaparlament
ratifiziert werde. «Ich glaube nicht, dass in dieser aktuellen
Situation diese Vereinbarung möglich ist», sagte der Außenminister.
Zu einer Frage nach möglichen Gegenzöllen der EU für den Fall, dass
Trumps Sonderzölle wie angekündigt zum 1. Februar in Kraft treten,
sagte er: Wenn die USA weitere Maßnahmen ergriffen, «dann wird es
eine europäische Antwort geben müssen». Nun werde es intensive
Gespräche mit Washington geben.
Die EU sei handlungsfähig. «Europa ist politisch und wirtschaftlich
sehr viel stärker als manch einer bisher gedacht hat, und ich finde,
das sollten wir jetzt auch zur Geltung bringen», sagte Wadephul.
Zölle wären «Gift für das transatlantische Verhältnis».
Gefragt, ob es kurzfristig einen außerordentlichen EU-Gipfel geben
werde, sagte Wadephul, das könne er jetzt nicht sagen.
