Ost-Agrarminister wenden sich gegen EU-Kürzungen für Bauern

19.01.2026 07:43

Die EU-Kommission will die Agrarmittel ab 2028 neu ordnen und weniger
Geld fest zusichern. Das könnte vor allem größere Betriebe in
Ostdeutschland treffen. Die Agrarminister wollen dies verhindern.

Berlin (dpa) - Die Landwirtschaftsminister der ostdeutschen Länder
warnen vor weitreichenden negativen Folgen der geplanten Kürzung von
EU-Agrarmitteln ab dem Jahr 2028. Die Pläne zur Begrenzung und zur
Verringerung von Mitteln für größere Betriebe schwächten vor allem

Unternehmen mit sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und würden
abgelehnt, teilten die Minister aus Brandenburg,
Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen am
Rande der Agrarmesse Grüne Woche mit. 

«Sie ignorieren Arbeitskräfteeinsatz, Wertschöpfung, regionale
Verantwortung und Beschäftigungswirkung und führen insbesondere in
den ostdeutschen Bundesländern zu einer systematischen
Benachteiligung derzeit leistungsfähiger Betriebe.» Die gemeinsame
EU-Agrarpolitik müsse alle landwirtschaftlichen Betriebe gleich
behandeln. Die ostdeutschen Landesbauernverbände nahmen an dem
Treffen ebenfalls teil.

Minister sehen Osten besonders betroffen

Brandenburgs Agrarministerin Hanka Mittelstädt (SPD), die zu dem
Treffen eingeladen hatte, sagte: Alle ostdeutschen Bundesländer wären
von den derzeitigen Plänen negativ betroffen.

Sachsens Landwirtschaftsminister Georg-Ludwig von Breitenbuch (CDU)
sagte, von den Plänen wären in Sachsen knapp 1.400 Betriebe
betroffen. Das entspreche etwa einem Fünftel der landwirtschaftlichen
Betriebe.

EU-Kommission will weniger Geld fest zusichern

Die Europäische Kommission will den Bauern in der EU im Haushalt für
die Jahre 2028 bis 2034 nur etwa 300 Milliarden Euro zusichern - das
wären mehr als 20 Prozent weniger als in der laufenden siebenjährigen
Budgetperiode veranschlagt. Mitgliedstaaten sollen den jährlichen
Betrag der flächenbezogenen Gelder ab einer bestimmten Grenze kürzen.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schlägt allerdings
vor, dass die EU-Staaten früher als bisher vorgesehen mehr Mittel für
die Landwirtschaft aus Brüssel anfordern können. Dabei geht es um
rund 45 Milliarden Euro, die ab 2028 mobilisiert werden können.