Baerbock: USA schießen sich ins eigene Knie

19.01.2026 08:56

Bedeutet «America first» auch «America alone»? Die Präsidentin de
r
UN-Vollversammlung spricht im Konflikt um Grönland über Sanktionen
gegen die Vereinigten Staaten.

Berlin (dpa) - Mit ihrer Zollpolitik schaden sich die USA aus Sicht
der Präsidentin der UN-Vollversammlung, Annalena Baerbock, auch
selbst. Was US-Präsident Donald Trump gerade tue, sei «auch ein
absoluter Schuss ins eigene wirtschaftliche Knie», sagte die frühere
deutsche Außenministerin im Deutschlandfunk. «Die USA sind heftigst
verschuldet, haben ein absolutes Interesse daran, weiteren Handel zu
treiben.»

Trump will Grönland unter die Kontrolle der USA bringen und hat
europäischen Ländern wegen ihres Widerstands dagegen neue Strafzölle

angekündigt.

Baerbock griff eine Trump-Parole auf und sagte: ««America first»
bedeutet «America alone»». Sie verwies darauf, dass auch die Charta
der Vereinten Nationen Wirtschafts- und Finanzsanktionen ermögliche.
«Die Europäer sind der größte Binnenmarkt der Welt. Wenn die Europ
äer
gemeinsam mit anderen Staaten auf dieser Welt diese Dinge
beschließen, dann hat das natürlich einen massiven Effekt.»

Mit Blick auch auf Russlands Krieg in der Ukraine sagte Baerbock,
wenn Trump in Grönland Erfolg habe, «dann könnte in Zukunft kein Land

auf dieser Welt mehr ruhig und in Frieden schlafen». Die
internationale Ordnung sei unter Attacke. 

Die Grünen-Politikerin erklärte, Russland und China hätten als
ständige Mitglieder des Sicherheitsrats die Aufgabe, den Weltfrieden
zu sichern. «Wenn ausgerechnet diese beiden die Regeln des
Weltfriedens nicht ernst nehmen, dann ist es an allen, jetzt sehr
klarzumachen, dass sie geschlossen zusammenstehen.»