AfD-Chefin Weidel: Gespräche, um Handelskrieg abzuwenden

19.01.2026 11:27

Teile der AfD hatten seit Trumps Wiederwahl demonstrativ die Nähe zu
ihm und seinen Republikanern gesucht. Die Grönland- und Zoll-Politik
des US-Präsidenten löst eine parteiinterne Diskussion aus.

Berlin (dpa) - AfD-Chefin Alice Weidel hat nach der Zolldrohung von
US-Präsident Donald Trump Verhandlungen zur Entschärfung der Lage mit
Washington gefordert. «Das Ziel müssen jetzt Gespräche sein, um einen

Handelskrieg abzuwenden und eine Lösung zu finden», schrieb sie auf
der Plattform X. Die Bundesregierung müsse im Grönland-Streit die
deutschen Interessen in den Vordergrund stellen, statt sich mit
Bundeswehr-Ausflügen zu blamieren.

Weidels Co-Chef Tino Chrupalla hatte in der «Welt am Sonntag» eine
«imperiale Politik» Trumps kritisiert. «Als Europäer müssen wir
unsere Sicherheitsinteressen deutlich machen», sagte er und forderte,
«im Dialog und in der Diplomatie die Dinge zu klären».

Diskussion in der AfD über Kurs gegenüber Trump 

Innerhalb der AfD läuft bereits eine Diskussion über den Kurs
gegenüber Trump, zu dessen Republikanern Teile der Partei seit seiner
Wiederwahl offensiv die Nähe gesucht hatten.

So lieferte sich etwa der Chef der AfD-Jugendorganisation,
Jean-Pascal Hohm, bei X einen Wortwechsel mit dem
Bundestagsabgeordneten Maximilian Krah: «Wer meint, man müsse aus
Angst vor einem Zollkrieg oder aufgrund von Sympathie für andere
Entscheidungen der Trump-Regierung Grönland den US-Amerikanern
überlassen, ist kein deutscher und europäischer Patriot, sondern
betrachtet unsere Heimat lediglich als Anhängsel oder Spielball von
Großmächten», schrieb Hohm.

«Tunlichst Zoff mit Trump vermeiden» 

Krah antwortete unter anderem: «In unserem Interesse liegt erst
einmal, nicht in einen Konflikt mit den USA zu geraten. Was hat uns
Grönland bislang gebracht? Und als AfD sollten wir tunlichst einen
Zoff mit Trump vermeiden, schließlich schützt der uns vor einem
Verbotsverfahren.»

Der Chef der AfD-Abgeordneten im EU-Parlament, René Aust, schrieb:
«Es bleibt dabei: Positive Aspekte der Politik Trumps werden benannt
- etwa Anti-Gender-Politik oder stärkerer Grenzschutz.
Wo seine Politik deutschen Interessen schadet, widerspricht die AfD
klar und deutlich; zum Beispiel bei dessen Zoll-Politik.

Kurz gesagt:
Kooperation, wo sie möglich ist.
Widerspruch, wo er nötig ist.
Weder niveaulose Verteufelung noch devotes Anbeten.»