LNG-Terminalbetreiber klagt gegen Beihilfen für Konkurrenten
19.01.2026 15:39
Bis zu fünf Milliarden Euro Beihilfen für den staatlichen Betreiber
der Nordsee-LNG-Terminals? Dagegen klagt nach eigenen Angaben nun der
Konkurrent von der Ostsee.
Lubmin/Luxemburg (dpa) - Der LNG-Terminalbetreiber Deutsche Regas
klagt nach eigenen Angaben auf EU-Ebene gegen aus seiner Sicht
rechtswidrige Beihilfen für den staatlichen Terminalbetreiber
Deutsche Energy Terminal (DET). Eine entsprechende Klage sei Mitte
Januar beim zuständigen Gericht der Europäischen Union eingereicht
worden, teilte die Deutsche Regas mit.
Ende 2024 hatte die EU-Kommission Milliardenhilfen Deutschlands für
die Betreibergesellschaft DET für den Betrieb vier schwimmender
Importterminals für Flüssigerdgas (LNG) genehmigt. Früheren Angaben
zufolge ging es bei der Entscheidung um bis zu 4,96 Milliarden Euro.
Die Förderung ermögliche die Diversifizierung der Energieversorgung
und gewährleiste die Sicherheit der Gasversorgung, hieß es damals zur
Begründung.
Ingo Wagner, geschäftsführender Gesellschafter der Deutschen Regas,
kritisierte, man habe selbst privat finanzierte LNG-Terminals zu
einem Bruchteil der Kosten aufgebaut. «Als privater
Infrastrukturbetreiber leisten wir einen wichtigen Beitrag zur
Versorgungssicherheit. Die staatliche Förderung für LNG-Terminals in
Höhe von fünf Milliarden Euro ist nicht notwendig und schadet dem
Wettbewerb.»
Die Bundesregierung hatte den Aufbau von LNG-Terminals nach dem
russischen Angriff auf die Ukraine forciert, um unabhängig von
russischen Gaslieferungen zu werden.
DET mit Nordsee-Terminals, Deutsche Regas an der Ostsee
Die DET betreibt zwei schwimmende Terminals in Wilhelmshaven und
eines in Brunsbüttel. Ein viertes Terminal in Stade wird vorbereitet.
Die Deutsche Regas betrieb zunächst ein schwimmendes Terminal im
vorpommerschen Lubmin, hat den Standort aber später an die Küste der
Insel Rügen verlegt, um mehr Gas einspeisen zu können.
2025 hat Deutschland mehr als zehn Prozent seiner Gasimporte über die
LNG-Terminals an Nord- und Ostsee abgewickelt. Über das Gesamtjahr
machten dabei die drei DET-Terminals den größten Teil aus. Im dritten
Quartal einschließlich des Beginns der aktuellen Heizperiode
verzeichnete das Terminal der Deutschen Regas laut Daten von Europas
Gasinfrastruktur-Betreibern (GIE) von allen deutschen LNG-Terminals
die größte Einspeisung.
Der Gerichtshof der EU konnte die Klage der Deutschen Regas zunächst
nicht bestätigen. Allerdings könne diese dennoch eingegangen sein und
wird möglicherweise noch bearbeitet, schrieb ein Sprecher auf
Anfrage. Die DET schrieb auf Anfrage: «Wir bitten um Ihr Verständnis,
dass wir uns zu einer Klage der Deutschen Regas gegen die
EU-Kommission nicht äußern.»
