EU: Zusatzzölle auf US-Waren könnten am 7. Februar kommen

19.01.2026 16:20

Der wegen Zolldrohungen von Donald Trump eskalierende
Grönland-Konflikt sorgt in Brüssel für große Besorgnis. Mögliche

Gegenmaßnahmen sind allerdings schon bereit.

Brüssel (dpa) - Die EU ist nach eigenen Angaben für den Fall
gewappnet, dass der Grönland-Streit mit den USA zu einem neuen
Zollkonflikt führt. Ein Sprecher der Europäischen Kommission
bestätigte in Brüssel, dass theoretisch bereits am 7. Februar
EU-Sonderzölle auf Wareneinfuhren im Wert von 93 Milliarden Euro
fällig werden könnten. Diese Abgaben seien im Zuge des Zollkonflikts
im vergangenen Jahr vorbereitet worden und würden automatisch in
Kraft treten, wenn die derzeit nur bis zum 6. Februar beschlossene
Aussetzung nicht verlängert werde. 

Betroffen von den EU-Ausgleichszöllen wäre eine lange Liste mit
Industrie- und Agrarprodukten wie zum Beispiel Flugzeugen,
Motorrädern, Rindfleisch, Whiskey oder Zitrusfrüchten. Die Maßnahmen

hätten im vergangenen Sommer in Kraft treten sollen, wenn die USA
angedrohte Zölle in Höhe von 30 Prozent auf die Einfuhr europäischer

Produkte eingeführt hätten. Stattdessen gab es dann allerdings eine
Abmachung auf einen Basiszollsatz in Höhe von 15 Prozent und die
Verordnung für die Gegenzölle wurde erst einmal für sechs Monate
wieder ausgesetzt.

Trumps neue Zollpläne sehen vor, ab dem 1. Februar Strafzölle in Höhe

von zehn Prozent auf Importe aus Deutschland und sieben anderen
europäischen Staaten zu verhängen. Der US-Präsident will damit den
Widerstand gegen einen Verkauf der zu Dänemark gehörenden Insel
Grönland an die Vereinigten Staaten brechen. Die Regierung in
Kopenhagen schließt ein solches Geschäft bislang aus und wird dabei
aktiv von mehreren europäischen Staaten unterstützt. Die Zölle sollen

nun diejenigen treffen, die jüngst symbolisch Soldaten nach Grönland
entsendet hatten. Neben Dänemark und Deutschland waren das unter
anderem Frankreich, Großbritannien und die Niederlande.