Kreml: Putin erhält Einladung in Gaza-«Friedensrat»
19.01.2026 17:08
In der Ukraine führt Kremlchef Putin Krieg, in den «Friedensrat» von
US-Präsident Donald Trump für den Gazastreifen ist er dennoch
eingeladen worden. Moskau erklärt, was es davon hält.
Moskau (dpa) - Der russische Präsident Wladimir Putin hat nach
Kremlangaben über diplomatische Kanäle eine Einladung der USA zur
Teilnahme am sogenannten Friedensrat für den Gazastreifen erhalten.
«Derzeit prüfen wir alle Details dieses Angebots, zudem hoffen wir
auf Kontakte mit der amerikanischen Seite, um alle Nuancen zu
klären», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen
Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Russland unterhält Kontakte
sowohl zu Israel als auch zur Palästinenser-Führung und zur
Terrororganisation Hamas.
In Moskau stieß die Einladung in das von US-Präsident Donald Trump
geplante Gremium auch deshalb auf Wohlwollen, weil Russland sich
traditionell als wichtiger Akteur im Nahen Osten sieht und dort
eigene geopolitische Interessen verfolgt. Zudem sieht sich Kremlchef
Putin damit ungeachtet seines Angriffskriegs gegen die Ukraine
willkommen auf internationaler Bühne.
Putin hatte auch immer wieder Trumps Bemühungen um ein Ende des
russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine begrüßt. Allerdings ist
dort ein Frieden nicht in Sicht.
«Friedensrat» und Exekutivkomitee
Einladungen für den «Friedensrat» erhielten etwa auch der türkische
Präsident Recep Tayyip Erdogan, Ägyptens Staatschef Abdel Fattah
al-Sisi und Argentiniens Präsident Javier Milei sowie der Machthaber
in Belarus, Alexander Lukaschenko. Aus der EU bekam nach jüngsten
Angaben Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eine. Zuvor hatte
auch die Bundesregierung eine US-Einladung bestätigt. Ob sie
angenommen wird, wurde zunächst sowohl in Brüssel als auch in Berlin
offen gelassen.
Der «Friedensrat» ist Teil der zweiten Phase von Trumps Friedensplan
für Gaza, die ein dauerhaftes Kriegsende und die Entwaffnung der
islamistischen Terrororganisation Hamas vorsieht, was diese ablehnt.
Das internationale Gremium soll die neue Übergangsregierung des im
Krieg zwischen der Hamas und Israel weitgehend zerstörten
Küstenstreifens beaufsichtigen. Trump selbst hat den Vorsitz. Dem
Gremium gehören nach Angaben des Weißen Hauses unter anderem der
frühere britische Premier Tony Blair, US-Außenminister Marco Rubio,
Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und der US-Sondergesandte Steve
Witkoff an.
