Euro-Finanzminister einigen sich auf Nachfolge für EZB-Vize
19.01.2026 19:45
Bei der Europäischen Zentralbank werden planmäßig die Weichen für
eine Neuausrichtung gestellt. Die Euro-Finanzminister unterstützen
einen Kroaten als künftigen Vizepräsidenten.
Brüssel (dpa) - Nach dem Willen der Finanzminister der Euro-Länder
soll künftig der Kroate Boris Vujcic den Posten des Vizepräsidenten
bei der Europäischen Zentralbank (EZB) bekleiden. Darauf
verständigten sich die Finanzminister der Länder mit der
Gemeinschaftswährung bei einem Treffen in Brüssel.
Der Posten wird frei, weil der aktuelle Vizechef der EZB, der Spanier
Luis de Guindos, Ende Mai planmäßig aus dem Amt scheiden wird.
Bestätigt werden soll die Personalie von den EU-Staats- und
Regierungschefs bei ihrem Gipfeltreffen Ende März. Bislang steht der
61 Jahre alte Vujcic Kroatiens Notenbank vor.
Deutschland habe die Nominierung des Kroaten unterstützt, hieß es aus
Regierungskreisen. «Es ist uns ein Anliegen, die Anstrengungen der
neuen Euro-Mitgliedstaaten zu würdigen. Kroatien steht darüber hinaus
für eine solide Geldpolitik.» In dem Adrialand wird seit 2023 mit dem
Euro bezahlt.
EZB-Chefposten muss auch neu besetzt werden
Auch die Amtszeit von EZB-Präsidentin Christine Lagarde endet
eineinhalb Jahre später, im Oktober 2027. Über die Nachfolge der
Französin wird bereits spekuliert. Mit Bundesbank-Präsident Joachim
Nagel und EZB-Direktorin Isabel Schnabel warfen unter anderem zwei
Deutsche schon ihren Hut in den Ring.
Bei der Postenbesetzung haben die Verhandler üblicherweise im Blick,
dass es zwischen kleinen und großen, südlichen und nördlichen
Euroländern ein Gleichgewicht gibt. Das gilt auch für das Verhältnis
von Befürwortern einer harten Geldpolitik und den Verfechtern eines
eher lockeren Kurses.
