Von der Leyen: EU steht kurz vor Handelsdeal mit Indien
20.01.2026 12:15
Die EU und Indien ringen bereits seit Jahren um den Abschluss eines
Freihandelsabkommen. Nun steht offensichtlich ein Durchbruch bevor.
Davos (dpa) - Die EU und Indien steuern nach Angaben von
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf den Abschluss der
Verhandlungen über eine riesige neue Freihandelszone zu. «Wir haben
noch Arbeit vor uns - aber wir stehen kurz vor einem historischen
Handelsabkommen», sagte sie beim Weltwirtschaftsforum in Davos.
Dieses würde einen Markt mit zwei Milliarden Menschen schaffen, der
dann fast ein Viertel der weltweiten Wirtschaftsleistung ausmachen
würde. «Manche nennen es die Mutter aller Deals», ergänzte von der
Leyen mit Blick auf das geplante Abkommen.
Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur könnte der Abschluss
der Verhandlungen bereits in der kommenden Woche bei einem
EU-Indien-Gipfel in Neu-Delhi verkündet werden. Von der Leyen und
EU-Ratspräsident Antonio Costa reisen dazu schon am kommenden
Wochenende in das Land. Von der Leyen sagte, das Abkommen könne
Europa auf einem der am schnellsten wachsenden und dynamischsten
Kontinente der Welt einen wichtigen Vorteil verschaffen. Europa wolle
Geschäfte mit den Wachstumszentren und den Wirtschaftsmächten dieses
Jahrhunderts machen.
«Wir entscheiden uns für fairen Handel statt für Zölle»
Die Kommissionspräsidentin verwies dabei auch darauf, dass erst am
vergangenen Wochenende der Abschluss eines Abkommens mit den
südamerikanischen Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay
und Paraguay gefeiert werden konnte.
Mit Blick auf die Zoll-Politik von Donald Trump ergänzte sie: «Wir
entscheiden uns für fairen Handel statt für Zölle. Für Partnerschaf
t
statt Isolation.» Die EU wolle Nachhaltigkeit statt Ausbeutung und
meine es ernst mit der Risikominderung und der Diversifizierung von
Lieferketten. Gearbeitet werde deswegen auch an einem neuen
Freihandelsabkommen mit Australien und Fortschritte gebe es auch in
Gesprächen mit den Philippinen, Thailand, Malaysia und den
Vereinigten Arabischen Emiraten.
