Ryanair-Chef O'Leary: Europa muss Trump die Stirn bieten
21.01.2026 15:59
Der Chef von Europas größter Airline glaubt, dass der US-Präsident
mit seinen Zollandrohungen blufft. Er fordert eine härtere Gangart im
Umgang mit Washington.
Dublin (dpa) - Ryanair-Chef Michael O'Leary hat einen
selbstbewussteren Umgang europäischer Politiker mit Zollandrohungen
von US-Präsident Donald Trump gefordert. «Ich denke, dass es an der
Zeit ist, dass Europa den USA die Stirn bietet», sagte der Chef von
Europas größter Airline vor Reportern in Dublin der britischen
Nachrichtenagentur PA zufolge.
«Wenn Trump Europa mit Zöllen droht, sollte Europa das entsprechend
beantworten und Trump wird kalte Füße bekommen, wie er es
normalerweise tut», sagte O'Leary. Der US-Präsident könne sich nur
acht Monate vor den Midterm-Wahlen in den USA gar keinen Handelskrieg
mit Europa leisten, sondern habe ein Interesse daran, dass die
Wirtschaft laufe, sagte der Ire.
Europäer sollen aufhören, Trump zu schmeicheln
Er gab Trump recht bei dessen Forderung, dass die Nato-Partner ihre
Verteidigungsausgaben erhöhen müssten und unterstützte dessen
Ablehnung gegen Umweltsteuern. Die Positionen des US-Präsidenten zu
Ukraine und zu Grönland seien hingegen falsch, urteilte der
Ryanair-Chef.
«Und wo er Unrecht hat, sollte Europa ihm die Stirn bieten und als
ein Handelsblock auftreten und ihm sagen, dass er Unrecht hat und
aufhören, ihm zu schmeicheln und ihn zum Dinner einzuladen», so
O'Leary weiter.
Der irische Geschäftsmann ist für seine markigen Sprüche bekannt und
hatte sich in den vergangenen Tagen bereits einen verbalen
Schlagabtausch mit US-Multimilliardär Elon Musk geliefert.
