Mehr Strom in EU aus Wind und Solar als aus fossiler Energie
22.01.2026 00:01
Wind und Sonne produzieren in der EU erstmals mehr Strom als alle
fossilen Brennstoffe zusammen. Die Denkfabrik Ember sieht darin einen
richtigen Weg, mahnt aber trotzdem.
Brüssel (dpa) - Wind- und Solarkraft haben im vergangenen Jahr einer
Analyse zufolge in der EU erstmals mehr Strom erzeugt als fossile
Brennstoffe. So stammten gut 30 Prozent des EU-Strommixes 2025 aus
Sonnen- und Windenergie und 29 Prozent aus fossilen Brennstoffen, wie
aus einem Bericht der Denkfabrik Ember hervorgeht.
Insgesamt machten Erneuerbare - also auch etwa Wasserkraft und
Energie aus Biomasse - mit 47,7 Prozent fast die Hälfte der
Stromproduktion aus. 23,4 Prozent wurden dem Bericht zufolge mit
Kernkraft erzeugt.
Stromerzeugung aus Kohle habe 2025 mit einem Anteil von 9,2 Prozent
einen historischen Tiefstand erreicht, heißt es weiter von Ember.
Weiter erheblich abhängig sei die EU jedoch von Gas: Im Vergleich zu
2024 kam im vergangenen Jahr mit einem Anteil von 16,7 Prozent rund 8
Prozent mehr im Strommix aus der Erzeugung durch Gas.
EU hat Einfuhrverbot von Gas aus Russland beschlossen
2025 seien die Risiken einer energiepolitischen Erpressung durch
Exporteure fossiler Brennstoffe weiterhin hoch gewesen, schreiben die
Autoren. «Investitionen in heimische erneuerbare Energien sind eine
zentrale Strategie, um dieses Risiko zu senken, da geopolitische
Entwicklungen weiterhin für Instabilität sorgen», so Ember.
Ende letzten Jahres hatte sich die EU darauf verständigt, bis
spätestens Ende 2027 vollkommen unabhängig von russischem Erdgas zu
sein. Demnach soll die Einfuhr von russischem Gas über Pipelines auf
Grundlage von langfristigen Verträgen bis spätestens 1. November 2027
komplett eingestellt werden. Das Importverbot soll bereits bestehende
Sanktionen mit Einfuhrbeschränkungen ergänzen und sicherstellen, dass
sich die EU-Staaten langfristig unabhängig von Energieimporten aus
Russland und damit weniger erpressbar machen.
Autoren warnen vor Abhängigkeiten
Ember warnt vor Abhängigkeiten, auch mit Blick auf die USA: «Eine
starke Abhängigkeit von einem einzelnen Lieferanten gefährdet die
Sicherheit der EU und schwächt ihre Verhandlungsposition in
geopolitischen Auseinandersetzungen und Handelskonflikten», heißt es
in dem Bericht. Der Ausbau von Batteriespeichern, die Stärkung der
Stromnetze und die Ausweitung der Nachfragesteuerung könnten einen
höheren Anteil von Solar- und Windenergie im Energiemix ermöglichen.
«Dies erhöht nicht nur die Versorgungssicherheit, sondern ist auch
entscheidend für stabile und verlässliche Energiepreise.»
